Bremsanlage: Aufbau, Funktionsweise und Defekte

Bremsanlage: Aufbau, Funktionsweise und Defekte

So wichtig der Motor für Ihr Auto ist, genauso wichtig ist Ihre Bremsanlage. Denn ohne ein funktionierendes Bremssystem im Auto, wären Sie nicht in der Lage, spätestens am Ziel Ihr Auto anzuhalten. Da dieses Fahrzeugsystem immer tadellos arbeiten sollten und regelmäßig gewartet werden muss, sollten Sie als Autofahrer verstehen, wie dieses funktioniert. Nur so haben Sie die Möglichkeit, drohende Defekte Ihrer PKW-Bremssystem frühzeitig zu erkennen und diese rechtzeitig durch eine Fachwerkstatt beseitigen zu lassen. Auf diese Art und Weise stellen Sie sicher, dass Sie stets sicher unterwegs sind.

Doch wie funktioniert überhaupt Ihr Bremssystem im Auto?

Doch wie funktioniert überhaupt Ihr Bremssystem im Auto

Zunächst einmal müssen Sie bedenken, was Sinn und Zweck Ihrer Bremsanlage ist: Ihr Fahrzeug zu verlangsamen, also zu bremsen. Die eigentlichen Bremsvorrichtungen bremsen dabei die einzelnen Räder Ihres Fahrzeugs ab. Aus diesem Grunde sind sie fast bei allen Modellen im Bereich der Räder zu finden. Dies erlaubt es auch, einzelne Räder stärker oder eben weniger stark abzubremsen. Von dieser Möglichkeit machen die Ingenieure bei der Entwicklung des elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) Gebrauch. Dennoch gehören noch mehr Komponenten dazu. In den folgenden Abschnitten erläutern wir Ihnen zunächst den allgemeinen Aufbau Ihrer Bremsanlage.

Heute ist es Vorschrift, dass jedes Auto über gleich zwei Bremskreise verfügt. Schlussendlich kann dadurch sowohl Ihre Vorderachse als auch Ihr Hinterachse abgebremst werden. Während in den letzten Jahrzehnten meist nur vorne Scheiben- und hinten hingegen Trommelbremsen verbaut wurden, findet man bei modernen Wagen fast ausschließlich Scheibenbremsen. Die wichtigsten Bestandteile sind Bremspedal, Bremsschläuche und Bremsflüssigkeit, Bremsbeläge, Bremsscheiben, Bremssattel sowie ein Haupt- und vier Radbremszylinder. In den meisten PKWs ist auch ein Bremskraftverstärker montiert. Darüber hinaus zählen auch das Antiblockiersystem (ABS) als Sicherheitssystem zur Bremse, genau wie Ihre Feststellbremse. Die Kenntnis diese Bauteile reicht dabei aus, um die Erklärung der Bremsanlage Ihres Autos zu verstehen.

Was passiert, wenn Sie auf Ihr Bremspedal treten?

Was passiert, wenn Sie auf Ihr Bremspedal treten

Durch das Betätigen des Bremspedals mit Ihrem Fuß, wird diese Kraft verwendet, um diese auf den Hauptbremszylinder zu übertragen. In diesem hydraulischen Zylinder befindet sich die Bremsflüssigkeit, mit welcher dieses hydraulische System betrieben werden kann. Der dadurch entstehende Druck kann dann über die Bremsschläuche auf die Radbremszylinder übertragen werden. Um die Sicherheit zu gewährleisten, erfolgt die Druckübertragung durch die Bremsflüssigkeit mit Hilfe von gleich zwei hydraulischen Kreisläufen. Auf diese Art und Weise kann sichergestellt werden, dass im Schadensfall nicht alle Bremsen zur selben Zeit versagen. Unterstützt beim Bremsen wird der Fahrer durch den so genannten Bremskraftverstärker, welcher in der Lage ist, die Kraft durch das Treten auf das Bremspedal bis zu siebenfach zu verstärken.

Durch den Radbremszylinder wird dann die Bremskraft auf die Bremssättel übertragen, an welchen die Bremsbeläge montiert sind. Die Bremssättel drücken die Bremsbeläge gegen die Bremsscheiben, welche mit den drehenden Rädern verbunden sind. Dadurch entsteht eine entsprechend hohe Reibungskraft, welche in der Lage ist, Ihre einzelnen Räder zu verlangsamen. Je nach Aufbau des Bremssystems gibt es dabei sowohl Bremsanlagen mit 4 Kolben als auch Bremsanlagen mit 8 Kolben.

Bei einem Elektro- oder auch Hybridfahrzeug ist die Bremsanlage mit einem Rekuperationssystem ausgestattet. Diese wird umgangssprachlich dann auch als Nutzbremse bezeichnet. Diese dienst quasi der Energierückgewinnung, denn sie ist in der Lage, beim Bremsen die Bewegungsenergie in elektrische Energie umzuwandeln. So geht sie nicht mehr nur als Wärme verloren, sondern kann bei einer erneuten Beschleunigung wieder genutzt werden. Dies erlaubt es insbesondere bei Stadtfahrten, bei denen verhältnismäßig häufig gebremst und beschleunigt wird.

Probleme und Defekte Ihrer Bremsanlage

Probleme und Defekte Ihrer Bremsanlage

Auch beim Bremssystem Ihres PKWs kann es natürlich Defekte und Probleme geben. Schlussendlich kann jedes einzelne Bauteil der Anlage versagen. Dabei gibt es jedoch einige klassische Verschleißteile, die so oder so regelmäßig ausgewechselt werden sollten/müssen.

Einige Klassische Verschleissteile

Dies umfassen die Bremsbeläge, die Bremsscheiben, die Bremsflüssigkeit sowie die Bremsschläuche. Deren Wartungsintervalle sind dabei so bestimmt, dass diese Bauteile beim turnusmäßigen Wechsel keine Probleme machen sollten.

Etwas anders sieht es hingegen bei den anderen Bremsanlagenbauteilen aus. Obwohl diese nicht nach einer bestimmten Zeit komplett erneuert werden, unterliegen diese dennoch dem Verschleiß. So können beispielsweise die einzelnen Bremszylinder undicht werden oder es kann sich ein Bremssattel verklemmen. Letzteres führt dazu, dass einzelne Räder dauerhaft gebremst werden oder dass Ihre Bremse das entsprechende Rad gar nicht mehr abbremsen kann. Ein solcher Defekt Ihres Bremssystems kann schnell lebensgefährlich werden und auch zu einer extremen Reifenabnutzung führen. In einem solchen Fall muss der Bremssattel dringend repariert oder aber ausgewechselt werden. Undichtigkeiten lassen sich hingegen oft durch einen Dichtungswechsel reparieren. Bei dieser Art von Defekt nicht die Bremseffizient immer mehr ab und der Bremsflüssigkeitsstand sinkt immer weiter. Unterschreitet dieser das Mindestmaß, fällt Ihre Bremsanlage im Auto komplett aus.

Ebenfalls problematisch ist, wenn Feuchtigkeit oder Luft in die Bremsanlage gerät. Dies führt nämlich dazu, dass die Bremsflüssigkeit, welche sich beim Bremsen stark erhitzen kann, unter Umständen siedet. Dadurch bilden sich Luftblasen im Bremssystem, sodass Ihre Bremse an Effizienz einbüßt oder komplett versagt.

Fazit

Die Bremsen gehören zum Auto wie das Weihwasser zur katholischen Kirche. Es ist heutzutage nicht mehr vorstellbar, auch nur daran zu denken, ein Fahrzeug ohne Bremsen zu bauen. Denn ohne eine Bremsanlage könnten Sie mit Ihrem Fahrzeug nicht so dynamisch unterwegs sein, wie Sie das gerne wären. Sie kennen nun auch die wichtigsten Komponenten und haben verstanden, welche Defekte auftreten können. Kümmern Sie sich um Ihre Bremsen und Sie genießen stets eine sehr sichere Fahrt!

Ein Tipp von AUTODOC: Es gibt verschiedene Möglichkeit, um den Bremsenverschleiß dauerhaft zu reduzieren. Dazu gehört zum Beispiel, sich lieber ausrollen zu lassen und den Fuß früher vom Gaspedal zu nehmen. Bei dieser vorrausschauenden Fahrweise und durch das Herunterschalten müssen Sie Ihre Bremse seltener betätigen. Auch das Entrümpeln und damit die Reduktion des Fahrzeuggewichts reduziert die Bremsbelastung. Darüber hinaus kann eine regelmäßige Wartung verhindern, dass größere Defekte entstehen, die schnell teuer werden können.