Die E-Vignette im Mautsystem: So funktioniert sie

Die E-Vignette im Mautsystem

Man muss keine weiten Flugreisen unternehmen, um seinen Urlaub an schönen Orten zu verbringen. Auch das nähere Ausland hat einige eindrucksvolle Ecken zu bieten, die mit dem Auto erreichbar sind. Roadtrips sind im Trend und das nicht ohne Grund: Reisen mit dem PKW bietet einige Vorteile, darunter auch erhöhte Flexibilität, an Orten haltzumachen, die man ansonsten nie gesehen hätte. Bevor man sich allerdings überstürzt mit dem Nötigsten im Gepäck auf den Weg macht, sollte man sich unbedingt mit den Verkehrsregeln der jeweiligen Länder, die man zu durchqueren plant, bekanntmachen. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Vignette, die in vielen europäischen Ländern zum Pflichtrepertoire eines jeden Reisenden gehört. 

Mautgebühren auf Autobahnen

Was ist eine vignette

Was genau ist eine Vignette überhaupt? Autovignetten dienen in einigen Ländern wie etwa der Schweiz, Österreich, Frankreich, Norwegen, Tschechien, Italien, Slowenien und nicht zuletzt in Deutschland als Nachweis darüber, dass Reisende die Autobahngebühren für die Benutzung der jeweiligen Autobahnen gezahlt haben. Lange Zeit wurden im Mautsystem physische Vignetten an das Fahrzeug angebracht; im Zeitalter der Digitalisierung sind mittlerweile elektronische Vignetten etabliert, auch E-Vignette genannt. Diese gilt als praktische Alternative für die analoge Variante, jedoch noch nicht als ihr Ersatz. Die Einnahmen, die mit der Maut erzielt werden, werden von den entsprechenden Ländern genutzt, um Straßen weiter auszubauen oder zu erhalten. So kann für Urlauber*innen, die es in südlichere Gefilde treibt, auch weiterhin ein komfortabler Transit ermöglicht werden. 

Die Vignette wird an die Windschutzscheibe angebracht

Vignette richtig anbringen

Ist die Mautvignette einmal erworben, stellt sich prompt die Frage: Wo bringe ich die Vignette an? Für gewöhnlich ist sie an der Innenseite der Windschutzscheibe links oben auf der Seite des Fahrers richtig angebracht. Damit sie sich nicht schon nach kurzer Zeit unbemerkt löst und zwischen Taschen und Gepäck verloren geht, sollte die Stelle einmal sauber gemacht und entfettet werden, denn: Die Vignette ist fahrzeuggebunden und nicht auf andere übertragbar. Sollte sie sich also vorzeitig lösen und nachträglich wieder aufgeklebt werden, wäre nicht mehr nachvollziehbar, ob es sich um den eigenen Aufkleber handelt oder ob dieser eigentlich von jemand anderem stammt. Sollte die Mautvignette nicht an der richtigen Stelle angebracht sein, kann es außerdem zu einem Bußgeld kommen. In einigen Ländern wird sie beispielsweise auf der rechten Innenseite der Windschutzscheibe geklebt. Daher sollte man sich vor Weiterfahrt im jeweiligen Land nochmals informieren. Wenn die Zeitdauer der Vignette verstrichen ist, darf man sie bedenkenlos wieder von der Windschutzscheibe entfernen. Dafür kann ein Glasreiniger oder etwa ein sogenannter Vignettenschaber benutzt werden.

Die elektronische Vignette als Alternative?

Mittlerweile kann dank einer digitalen Alternative auf den Aufkleber weitestgehend verzichtet werden. Beim Erwerb einer digitalen Vignette werden die Nutzungsrechte elektronisch gespeichert und an das eigene Kennzeichen gebunden, sodass dann über eine Datenbank kontrolliert werden kann, ob das Kennzeichen im Mautsystem registriert ist. Eine App auf dem Smartphone ist daher nicht nötig, auch wenn der Kauf über das Handy vorgenommen und abgewickelt werden kann. So lässt sich schon vor Abreise vorsorgen und das Risiko, kurz vor Grenzübertritt den Kauf zu vergessen, umgehen. Dies sollte man unbedingt vermeiden, denn hier wird beispielsweise in Österreich eine Ersatzmaut fällig, die sich auf 120 Euro beläuft. Die E-Vignette bietet dabei offenkundig einige Vorteile: Sie kann ortsunabhängig jederzeit erworben werden. Um Verstöße gegen den Datenschutz muss man sich außerdem keine Sorgen machen; es werden lediglich die buchungsrelevanten Daten sowie das amtliche Kennzeichen für Kontrollzwecke erfasst und nach Ablauf des Gültigkeitsdatums vollständig gelöscht, sofern kein Verstoß vorliegt.

 Daten, die man am besten für die Buchung bereithält, sind Folgende: 
  • i Fahrzeugkennzeichen, das im Mautsystem registriert werden soll
  • i Der gewünschte Zeitraum, in dem die E-Vignette gelten soll
  • i Fahrzeugtyp (in Deutschland beispielsweise gilt lediglich für LKW eine Mautpflicht)
  • i E-Mail-Adresse 
  • i Zahlungsmittel der Wahl (Kreditkarte, Tankkarte, elektronisches Geld)

In Ländern wie England, Irland oder auch in Italien gibt es tatsächlich Strecken, für die man sich schon vor des Reisebeginns online registrieren muss. Eine aktuelle Neuerung, die Reisende oft unvorbereitet trifft, ist außerdem die Pflicht zur sogenannten Umweltplakette, die für einige beliebte Touristenziele in Frankreich benötigt wird und 10 Tage vor Reisebeginn im Internet erworben werden muss. 

Nachteil einer E-Vignette

Ein wichtiger Hinweis und vielleicht auch ein Nachteil der digitalen Variante in diesem Zusammenhang ist, dass der Nachweis je nach Anbieter nach Abwicklung des Kaufs erst ab dem 18. Tag gültig ist. Deshalb empfiehlt es sich, vorausschauend zu planen oder aber den Kauf für beispielsweise die österreichischen Straßen bei einer Verkaufsstelle zu erwerben. So ist auch die digitale Vignette sofort gültig. Hinsichtlich anderer Urlaubsziele oder Transitländer sollte sich diesbezüglich unbedingt vor Abreise noch einmal informiert werden, um nicht erneut Mautgebühren verrichten zu müssen. Achtung: Sollte der Preis der digitalen Vignette im Onlineshop der Wahl um einiges teurer sein als die analoge Alternative, ist vom Kauf abzuraten. Käufer sollten die Websites der Anbieter deshalb zunächst einer Prüfung unterziehen. 

Bußgelder und Kontrollen

In der Urlaubskasse kann schnell ein Loch entstehen, wenn die Mautpflicht ignoriert wird. Auch bei der digitalen Variante muss mit manuellen Kontrollen gerechnet werden, diese werden nicht einfach obsolet. In Deutschland ist die Nichtzahlung der Mautpflicht ein Verstoß gegen § 10 des Bundesfernstraßenmautgesetzes. Die Höhe des Bußgelds ist dabei abhängig vom konkreten Verstoß. Bei einer Zeitüberschreitung oder einer Streckenabweichung wird ein anderes Bußgeld fällig, als wenn von vornherein gar keine Maut bezahlt wurde. Je nach Land, in dem der Verstoß gilt, fallen andere Kosten für den Reisenden an. In Slowenien etwa droht ein Bußgeld von bis zu 800 Euro. Aufgrund der hohen Bußgelder sollte man sich vorher gründlich über die Bestimmungen in den jeweiligen Ländern erkundigen und seine Strecke möglicherweise schon im Vorhinein planen. Damit entfällt zwar ein Stück weit die Spontanität, die mit dem Gedanken an einen Roadtrip verknüpft ist, allerdings fährt man so auf der sicheren Seite und kann die Reise ohne Bedenken in vollen Zügen genießen, ohne dass unerfreuliche Überraschungen einen Strich durch die Urlaubsrechnung machen.

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