Die Formel für den Bremsweg: wie berechnet man diese und wofür ist sie da

Die Formel für den Bremsweg: wie berechnet man diese und wofür ist sie da

Wir alle wissen, wie wichtig das Bremssystem für die allgemeine Verkehrssicherheit auf der Straße ist. Doch nicht nur die Bremsen an sich, auch der Zustand der Reifen, sowie eine korrekte Beleuchtung und einwandfrei funktionierende aktive und passive Sicherheitssysteme sorgen dafür, dass uns auf der Straße ein Unfall erspart bleibt und wenn dieser doch nicht mehr zu verhindern ist, mögliche Sachschäden oder sogar Personenschäden auf ein Minimum reduziert werden können.

Doch gibt es eigentlich Zahlen, mit denen wir rechnen können, wenn eine Gefahrenbremsung eingeleitet wird? Wie können wir bestmöglich sicher gehen, dass ein Wagen bei einer Vollbremsung rechtzeitig zum Stillstand kommt, bevor das Fahrzeug auf ein Hindernis auftrifft? Wenn es Zahlen und Rechenwege gibt, um einen möglichen Unfall berechnen zu können, so kann auch auf der Straße noch mehr Rücksicht genommen werden, in puncto Geschwindigkeit und Mindestabstand. Denn umso schneller ein Fahrzeug unterwegs ist, umso länger ist der Weg, den es braucht, um nach einer Vollbremsung zum Stehen zu kommen. Außerdem gibt es da noch immer die eine Schrecksekunde, die es braucht, bis der Fahrer überhaupt reagiert. Allgemein geht man hier von einer vollen Sekunden aus, die vergeht, bis eine Reaktion vom Fahrer kommt. Erkennt der Fahrer also ein Hindernis auf der Straße, vergeht eine volle Sekunde, bis überhaupt die Vollbremsung eingeleitet wird. Was daran so fatal ist? In dieser einen Sekunde rast ein Fahrzeug weiterhin ungebremst auf das Hindernis zu.

All diese Faktoren müssen berücksichtigt werden, wenn man den Bremsweg eines Fahrzeugs berechnen möchte. Wie genau diese Rechnung aussieht, sehen wir uns im Folgenden genau an.

Wie genau sieht die Formel für den Bremsweg aus?

Wie genau sieht die Formel für den Bremsweg aus

Der Bremsweg ist – wie oben schon erwähnt – also genau die Strecke, die ein Fahrzeug noch zurücklegt, nachdem die Bremsung eingeleitet wurde. Die Länge des Bremswegs alleine also entscheidet darüber, ob es einen Aufprall geben wird oder ob der Fahrer Glück gehabt hat und ihm ein Unfall erspart bleibt.

 Die Formel sieht wie folgt aus: 


(Geschwindigkeit des Fahrzeugs : 10) x (Geschwindigkeit des Fahrzeugs : 10)

Hierbei handelt es sich um den normalen Bremsweg. Bei einer Notbremsung allerdings tritt der Fahrer die Bremse voll durch, was natürlich zu einem stärkeren Effekt führt. Deswegen ist hier die Faustregel, dass bei einer Notbremsung der errechnete Bremsweg halbiert werden kann.

Jetzt darf natürlich nicht die Reaktionszeit außer Acht gelassen werden. Wir haben bereits erklärt, dass bei jeder Gefahrensituation der Fahrer eine Sekunde braucht, um überhaupt zu reagieren. In dieser einen Sekunde geschieht vorerst nichts, also rast das Fahrzeug ungebremst weiter. Die Strecke, die in dieser einen Sekunde zurückgelegt wird, darf natürlich nicht vergessen werden. Es handelt sich um den Reaktionsweg, der ebenfalls berechnet werden muss (er ist abhängig von der Geschwindigkeit, die das Fahrzeug zu dem Zeitpunkt fährt) und dann zu dem Bremsweg dazu addiert werden muss.

 Die Formel zur Berechnung des Reaktionsweges sieht wie folgt aus: 


(Geschwindigkeit : 10) x 3

Wir gehen dabei von einer Reaktionszeit von einer Sekunde aus. Wenn der Fahrer allerdings länger als eine Sekunde braucht, um die Gefahr zu erkennen und zu handeln – was leider bei Alkohol am Steuer oft der Fall ist – so verdoppelt oder verdreifacht sich der Reaktionsweg natürlich.

Wenn schlussendlich der Bremsweg und der Reaktionsweg addiert werden, erhalten wir den tatsächlichen Anhalteweg des Fahrzeugs. Also die tatsächliche Strecke, die es braucht, bis ein Fahrzeug steht, von dem Moment an, an dem der Fahrer das Hindernis auf der Straße erkannt hat.

Wie sieht die Berechnung des Anhaltewegs in der Praxis aus?

Damit wir zur Veranschaulichung in der Praxis einen guten Einblick geben können, wollen wir uns folgendes Beispiel ansehen:

Ein Fahrer ist in der Stadt unterwegs und hält sich an die vorgegebenen 50 km/h, die innerorts gefahren werden dürfen. Plötzlich läuft ein kleines Kind auf die Straße. Der Fahrer braucht eine Schrecksekunde, bis er reagiert und sofort die Vollbremsung einleitet.

 Die Berechnung des Anhaltewegs sieht dann wie folgt aus: 


(50 : 10) x (50 : 10) = 5 x 5 = 25 Meter. Dies ist also der Bremsweg.
(50 : 10) x 3 = 15 Meter.
Dies ist dann unser Reaktionsweg.
Um den endgültigen Anhalteweg zu erhalten, müssen wir nun nur noch Bremsweg und Reaktionsweg addieren. Dann erhalten wir einen Anhalteweg von 40 Metern.

Bei einer Vollbremsung gehen wir allerdings davon aus, dass der Bremsweg sich halbiert. Hier wären wir dann also bei 25 Meter : 2, also 12,5 Meter. Der Reaktionsweg bleibt natürlich gleich, denn egal wie effektiv die Bremsung funktioniert, ein Autofahrer braucht trotzdem die eine Schrecksekunde, bis überhaupt eine Reaktion erfolgt. Somit addieren wir auf die 12,5 Meter Bremsweg noch den Reaktionsweg von 15 Metern hinzu. Das Ergebnis sind dann 27,5 Meter Anhalteweg.

Wir kommen durch unsere Berechnungen also zu dem Schluss, dass bei einer Vollbremsung, einer gefahrenen Geschwindigkeit von 50 km/h und einer Reaktionszeit von einer Sekunde das Fahrzeug nach 27,5 Metern zum Stillstand kommt.

Was unbedingt bedacht werden sollte: wenn Sie auf der Autobahn unterwegs sind und viel höhere Geschwindigkeiten fahren, so wird natürlich auch der Bremsweg und der Reaktionsweg deutlich höher sein. Die Geschwindigkeit und auch die Reaktionszeit sind hier also das A und O, wenn die Frage aufkommt, ob vor einem Hindernis noch rechtzeitig gebremst werden kann.

Das Fazit und ein Tipp von AutoDoc

Im Folgenden haben wir Ihnen erklärt, was genau der Bremsweg ist, wobei es sich um den Reaktionsweg handelt und wie sich diese beiden Größen berechnen lassen. Der tatsächliche Anhalteweg ist dann erst die Summe der ersten beiden Werte und damit deutlich höher. Umso höher die Ausgangsgeschwindigkeit, umso länger wird der Weg, den Sie zurücklegen, bis das Fahrzeug endlich steht. Sie sollten sich bei jeder Fahrt auf der Autobahn dies immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Nehmen Sie sich einfach einmal die Zeit und experimentieren Sie mit der Formel für den Bremsweg herum. Berechnen Sie, wie viele Meter Ihr Fahrzeug noch zurücklegen wird, bis es zum Stillstand kommt, wenn Sie 100 km/h auf der Landstraße fahren oder wie lang der tatsächliche Anhalteweg ist, wenn sie mit 180 km/h auf der Autobahn unterwegs sind.

AutoDoc legt Ihnen außerdem ans Herz, sich niemals unter Alkoholeinfluss oder starker Müdigkeit hinters Steuer zu setzen. Denn ein doppelt oder dreifach so langer Reaktionsweg endet meist unvermeidlich in einem katastrophalen Unfall.

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