
- 1 Das Wichtigste auf einen Blick: Die Folgen bei 20 km/h zu schnell innerorts
- 2 Die Strafen bei 20 km/h zu schnell innerorts
- 3 Konsequenzen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h in der Stadt
- 4 Besonderheiten für Fahranfänger:innen in der Probezeit
- 5 Blitzer und Überwachung innerorts
- 6 Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Schweiz
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7
Fazit und Empfehlungen
- 7.1 Praktische Tipps zur Vermeidung von Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts:
- 7.2 FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Geschwindigkeitsüberschreitung
- 7.3 Wie hoch ist der Toleranzabzug bei einer Messung innerorts genau?
- 7.4 Muss ich das Bußgeld auch bezahlen, wenn ich gar nicht selbst gefahren bin?
- 7.5 Gelten die gleichen Strafen, wenn ich mit einem Anhänger zu schnell fahre?
- 7.6 Kann ein Blitzerfoto angefochten werden, wenn andere Autos mit auf dem Bild sind?
- 7.7 Werden Schweizer Bußgelder auch in Deutschland offiziell eingetrieben?
Das Wichtigste auf einen Blick: Die Folgen bei 20 km/h zu schnell innerorts
✅ Bußgeld:
70 Euro (zzgl. Gebühren und Auslagen der Bußgeldstelle).
✅ Punkte in Flensburg:
Keine (Punkte drohen erst ab 21 km/h zu schnell).
✅ Fahrverbot:
Nein (in der Regel erst ab 31 km/h zu schnell innerorts oder bei Wiederholungstaten).
✅ Probezeit:
Keine direkten Maßnahmen (A-Verstoß erst ab 21 km/h).
Wenn man im Stadtverkehr unterwegs ist, kommt einem die Situation mit Sicherheit bekannt vor: Ein kurzes Übersehen des Geschwindigkeitsschildes oder ein zu kräftiger Tritt aufs Gaspedal, und schon blitzt es. Doch welche Konsequenzen hat es konkret, wenn man innerorts mit genau 20 km/h zu viel gemessen wird?
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h innerorts (nach Abzug der Toleranz) zieht in Deutschland derzeit ein Bußgeld von 70 Euro nach sich. Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg oder ein Fahrverbot fallen bei diesem Wert in der Regel noch nicht an, sofern es sich um einen Pkw ohne Anhänger handelt.
Die Strafen bei 20 km/h zu schnell innerorts
In Deutschland ist der Bußgeldkatalog streng nach der Schwere des Vergehens und dem Ort der Übertretung gestaffelt. Innerhalb geschlossener Ortschaften sind die Strafen grundsätzlich höher als außerorts, da das Gefährdungspotenzial für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger:innen oder Kinder deutlich größer ist.
Überblick über die Bußgelder und Punkte im Fahreignungsregister
Wenn Sie mit exakt 20 km/h zu viel geblitzt werden, bewegen Sie sich an einer entscheidenden Grenze. Während die Strafe bis 20 km/h lediglich aus einem Bußgeld besteht, ändert sich die Lage ab 21 km/h erheblich.
Hier ist eine Übersicht der aktuellen Regelsätze für Pkw (innerorts):
| Überschreitung (km/h) | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
| bis 10 km/h | 30 € | – | – |
| 11–15 km/h | 50 € | – | – |
| 16–20 km/h | 70 € | – | – |
| 21–25 km/h | 115 € | 1 | – |
| 26–30 km/h | 180 € | 1 | (1 Monat)* |
* Ein Fahrverbot wird bei 26–30 km/h innerorts meist nur dann verhängt, wenn man innerhalb eines Jahres zweimal mit mindestens 26 km/h zu schnell erwischt wurde (Wiederholungstäter-Regel).
Unterschiede zwischen verschiedenen Geschwindigkeitsüberschreitungen
Die Differenzierung zwischen 20 km/h und 21 km/h mag gering erscheinen, ist aber juristisch hochrelevant. Mit 20 km/h zu viel zahlen Sie „nur“ ein Bußgeld. Es erfolgt kein Eintrag in das Fahreignungsregister (FAER). Sobald die Messung jedoch 21 km/h (nach Toleranzabzug) ergibt, erhalten Sie den ersten Punkt in Flensburg. Dies kann insbesondere für Berufskraftfahrer:innen oder Personen, die bereits Punkte auf dem Konto haben, kritisch werden.
Zudem spielt die Sicherheit eine Rolle: Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h beträgt der Anhalteweg unter Idealbedingungen etwa 28 Meter. Erhöhen Sie die Geschwindigkeit in der Stadt auf 70 km/h (also 20 km/h zu viel), verdoppelt sich der Bremsweg nahezu. Das Risiko für Unfälle, insbesondere im Umfeld von Fahrradschutzstreifen und Radfahrstreifen, steigt deutlich an.
Konsequenzen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h in der Stadt

Was passiert, wenn man innerorts 20 km/h zu schnell fährt?
Nachdem man geblitzt wird, erhält der:die Fahrzeughalter:in in der Regel innerhalb weniger Wochen einen Anhörungsbogen oder direkt einen Bußgeldbescheid. Bei einer Überschreitung von 20 km/h wird die Behörde ein Bußgeld von 70 Euro festsetzen. Wichtig zu wissen: Zum eigentlichen Bußgeld kommen meist noch Bearbeitungsgebühren und Auslagen der Verwaltung hinzu (oftmals rund 28,50 Euro), sodass die Gesamtrechnung knapp unter 100 Euro liegen kann.
Mögliche rechtliche Folgen und Auswirkungen auf die Fahrerlaubnis
Für „normale“ Autofahrer:innen hat ein Verstoß von 20 km/h innerorts keine Auswirkungen auf den Bestand der Fahrerlaubnis. Es wird kein Fahrverbot ausgesprochen und der Führerschein muss nicht abgegeben werden.
Allerdings sollte man die Gefahr der Beharrlichkeit nicht unterschätzen. Wer ständig im Bereich von 15 bis 20 km/h zu schnell fährt, kann theoretisch von der Bußgeldstelle als uneinsichtig eingestuft werden. In extremen Einzelfällen kann die Behörde das Bußgeld wegen Voreintragungen erhöhen. Dennoch bleibt festzuhalten: Solange man die magische Grenze von 21 km/h nicht überschreitet, bleibt die Weste in Flensburg weiß. Besondere Vorsicht ist in verkehrsberuhigten Bereichen geboten; hier können schon geringe Überschreitungen als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden, besonders wenn Gefährdungen auf Geh- und Radwegen entstehen.
Besonderheiten für Fahranfänger:innen in der Probezeit
Die Probezeit ist für Fahranfänger:innen eine Phase der erhöhten Aufmerksamkeit. Das System unterscheidet hier zwischen sogenannten A-Verstößen (schwerwiegende Zuwiderhandlungen) und B-Verstößen (weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen).
Was bedeutet eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h innerorts für Fahranfänger:innen?
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von exakt 20 km/h (oder weniger) wird in der Regel nicht als A-Verstoß gewertet. Das bedeutet, dass ein:e Fahranfänger:in das Bußgeld bezahlen muss, aber keine spezifischen probezeitrechtlichen Konsequenzen zu befürchten hat.
Mögliche Auswirkungen auf die Probezeit und die Fahrerlaubnis
Kritisch wird es erst ab einer Überschreitung von 21 km/h. Diese Überschreitung wird als A-Verstoß gewertet. Die Folgen für eine:n Fahranfänger:in wären in diesem Fall:
- Eine Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre.
- Die Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar für Fahranfänger:innen (ASF), was mit erheblichen Kosten (ca. 400–500 Euro) verbunden ist.
Wer also mit 20 km/h zu viel erwischt wird, hat „Glück im Unglück“. Dennoch ist es eine dringende Warnung. Fahranfänger:innen unterschätzen oft, wie schnell die Toleranzgrenze überschritten ist. Ein Tacho, der 75 km/h in einer 50er-Zone anzeigt, kann nach Abzug der Toleranz (meist 3 km/h bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h) genau bei 22 km/h landen – und damit den A-Verstoß auslösen.
Tipp von den AUTODOC-Fachleuten: Nutzen Sie konsequent den Geschwindigkeitsbegrenzer (Limiter) oder Tempomaten Ihres Fahrzeugs, um gerade in unübersichtlichen 30er-Zonen sicher unter dem Tempolimit zu bleiben. Achten Sie zudem auf den korrekten Reifendruck und die richtige Bereifung, da Abweichungen hiervon die Genauigkeit Ihrer Tachoanzeige beeinflussen können. So schützen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern sorgen auch für einen optimalen Bremsweg im Ernstfall.
Blitzer und Überwachung innerorts

Informationen über mobile und stationäre Blitzer in 30er Zonen
In Städten wird die Geschwindigkeit heute mit modernster Technik überwacht. Besonders in 30er-Zonen, vor Schulen, Kindergärten oder Altersheimen, kommen häufig mobile Laser-Messgeräte oder Lichtschranken zum Einsatz.
Stationäre Blitzer finden sich oft an Unfallschwerpunkten oder stark frequentierten Kreuzungen. In Gebieten mit Fahrradschutzstreifen und Radfahrstreifen wird verstärkt kontrolliert, um die Sicherheit der Radfahrer:innen zu gewährleisten, da zu hohe Geschwindigkeiten hier oft zu knappen Überholmanövern führen.
Tipps, um Blitzer zu erkennen und Geschwindigkeitsüberschreitungen zu vermeiden
- Achten Sie auf Schilder: Klingt simpel, ist aber effektiv. Oft kündigen Gefahrenzeichen (z. B. „Achtung Kinder“) Zonen an, in denen mobil geblitzt wird.
- Navigationssysteme: Viele moderne Navis warnen vor stationären Gefahrenstellen. Beachten Sie jedoch, dass die Nutzung von speziellen Blitzer-Apps während der Fahrt in Deutschland für den:die Fahrer:in verboten ist.
- Tempomat nutzen: In modernen Fahrzeugen hilft der Limiter oder der Tempomat, die Geschwindigkeit konstant bei 30 oder 50 km/h zu halten.
- Aufmerksam bleiben: Blitzer stehen oft hinter Brückenpfeilern, Werbeschildern oder in geparkten Fahrzeugen (Kombi mit dunklen Scheiben).
Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Schweiz
Vergleich der Strafen und Regelungen für 20 km/h zu schnell innerorts in der Schweiz
Die Schweiz ist bekannt für ihre drakonischen Strafen im Straßenverkehr. Wer dort innerorts 20 km/h zu schnell fährt, muss mit deutlich härteren Konsequenzen rechnen als in Deutschland.
- In der Schweiz wird bei einer Überschreitung von 16 bis 20 km/h innerorts eine Ordnungsbusse von CHF 400 (ca. 410 Euro) fällig.
- Ab 21 km/h Überschreitung ist es keine einfache Buße mehr, sondern es erfolgt eine Anzeige. Dies führt zu einer Verwarnung oder sogar zum Entzug des Führerausweises für mindestens einen Monat.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu den deutschen Regelungen
Während Deutschland bei 20 km/h noch recht milde reagiert (70 Euro), greift die Schweiz finanziell massiv durch. Gemeinsam haben beide Länder, dass die Toleranzabzüge (meist 3–5 km/h, je nach Messtechnik) gewährt werden. In der Schweiz gibt es jedoch kein Punktesystem wie in Flensburg; stattdessen wird viel schneller mit Führerausweisentzügen und einkommensabhängigen Geldstrafen gearbeitet.
Fazit und Empfehlungen
20 km/h zu schnell in der Stadt zu fahren, ist kein Kavaliersdelikt, auch wenn es in Deutschland „nur“ 70 Euro kostet und keine Punkte mit sich bringt. Die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmende steigt massiv an. Ein Kind, das zwischen Autos hervor läuft, oder ein:e Radfahrer:in auf einem der vielen Fahrradschutzstreifen und Radfahrstreifen hat bei Tempo 70 kaum eine Überlebenschance, während ein Aufprall bei Tempo 50 oft glimpflicher ausgehen kann.
Praktische Tipps zur Vermeidung von Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts:
- Vorausschauend fahren: Wer den Verkehrsfluss beobachtet, muss seltener abrupt beschleunigen.
- Zeitpuffer einplanen: Stress ist der Hauptgrund für überhöhte Geschwindigkeit.
- Tacho-Check: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Geschwindigkeit, besonders beim Wechsel von einer Hauptstraße in eine Tempo-30-Zone.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Geschwindigkeitsüberschreitung
Wie hoch ist der Toleranzabzug bei einer Messung innerorts genau?
In der Regel werden bei einer Geschwindigkeit von unter 100 km/h pauschal 3 km/h vom Messwert abgezogen, um etwaige technische Ungenauigkeiten des Blitzers auszugleichen. Bei besonders modernen Messverfahren oder höheren Geschwindigkeiten kann dieser Abzug variieren, doch im Stadtverkehr ist der 3-km/h-Abzug der Standardwert.
Muss ich das Bußgeld auch bezahlen, wenn ich gar nicht selbst gefahren bin?
In Deutschland gilt die Fahrerhaftung, was bedeutet, dass primär die Person bestraft wird, die am Steuer saß. Wenn Sie als Halter:in einen Bußgeldbescheid erhalten, aber nicht gefahren sind, müssen Sie im Anhörungsbogen Angaben zum:zur Fahrer:in machen.
Gelten die gleichen Strafen, wenn ich mit einem Anhänger zu schnell fahre?
Nein, für Pkw mit Anhänger oder Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist der Bußgeldkatalog deutlich strenger. Hier führt eine Überschreitung von 20 km/h innerorts bereits zu einem Bußgeld von 140–160 Euro und einem Punkt in Flensburg, da das Unfallrisiko durch die größere Masse höher ist.
Kann ein Blitzerfoto angefochten werden, wenn andere Autos mit auf dem Bild sind?
Ein Einspruch kann Erfolg haben, wenn durch weitere Fahrzeuge im Messbereich eine Fehlmessung (z. B. durch Reflexionen) nicht ausgeschlossen werden kann. In solchen Fällen lohnt es sich oft, das Messprotokoll durch eine:n Expert:in oder Anwalt bzw. Anwältin prüfen zu lassen, um die Verwertbarkeit des Fotos zu klären.
Werden Schweizer Bußgelder auch in Deutschland offiziell eingetrieben?
Ja, durch einen speziellen Polizeivertrag zwischen Deutschland und der Schweiz können Bußgelder grenzüberschreitend vollstreckt werden. Während Punkte oder Fahrverbote aus der Schweiz nicht nach Flensburg übernommen werden, kann die deutsche Justiz das Geld für die Schweizer Behörden eintreiben.







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