Kühlmittel beim Auto: Funktion, Unterschiede und Ratgeber

Kühlmittel beim Auto: Funktion, Unterschiede und Ratgeber

Dem Wärmeabtransport über das Kühlmittel Ihres Autos ist für Ihren Motor sehr wichtig. Dies liegt daran, dass bei der Kraftstoffverbrennung nicht nur mechanische Energie, sondern auch Wärmeenergie freigesetzt wird. Eine konstante Temperatur erlaubt dabei auch eine gleichbleibend hohe Motoreffizienz und eine optimale Ausnutzung der Kraftstoffenergie. Alles in allem verfügen dabei die meisten Motoren mit Kühlmittelpumpe über etwa 5-10 Liter an Gesamtkühlflüssigkeit. Dieses umspült dabei nicht nur den Zylinderkopf, sondern auch den Zylinderblock und wird über geeignete Leitungen zum Kühler transportiert.

Wie setzt sich das Frostschutzmittel Ihres Motors zusammen?

Bei den handelsüblichen Konzentraten an Frostschutzmittel handelt es sich in den meisten Fällen um Flüssigkeiten, welche sich aus Wasser, bestimmten Zusätzen sowie Monoethylenglykol zusammensetzen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Hauptaufgaben: Zunächst sorgen die weiteren Chemikalien dafür, dass die Kühlflüssigkeit im Winter nicht einfriert und dass es nicht zur Rostbildung kommt. Um die verschiedenen Konzentrate an Kühlmittel G12 oder Kühlmittel G13 gebrauchsfertig zu machen, ist in den meisten Fällen eine Verdünnung im Verhältnis 1:1 erforderlich. Genauere Angaben machen die Hersteller. Für die Verdünnung eignet sich am besten gekauftes, destilliertes Wasser, welches zum Beispiel an Tankstellen meist vorrätig ist. Haben Sie ein solches Wasser nicht zu Hand, so sollten Sie dennoch auf ein möglichst reines Wasser setzen, welches unbedingt arm an Kalk sein sollte. Nur so verhindern Sie, dass es zum Verstopfen des Kühlkreislaufs kommt.

Wann müssen Sie Kühlflüssigkeit nachfüllen

Kühlmittel Anzeige

In den meisten Situationen ist es nicht mehr notwendig, regelmäßig Frostschutzmittel beim Motor nachzufüllen. Dies liegt im Allgemeinen daran, dass die Anlagen wartungsfrei ausgelegt werden. Prinzipiell befindet sich in Ihrem Motorraum ein Ausgleichsbehälter für den Kühlmittelkreislauf. Auf diesem findet sich auch oftmals eine Kennzeichnung, ob Sie Kühlmittel des Typs G12 oder Kühlmittel des Typs G13 einfüllen sollten. Zusätzlich verfügt dieses Bauteil auch über eine Kennzeichnung für den minimalen, aber auch für den maximalen Kühlmittelstand. Bei modernen Fahrzeugen kommt es oftmals nur dann zur Situation, dass Sie Kühlmittel nachfüllen müssen, wenn es Undichtigkeiten im System gibt. Dies sind meist Haarrisse oder aber größere Defekte, wie Marderbisse an den Leitungen. Sollte der Kühlmittelstand unter die „Min“-Kennzeichnung fallen, so sollten Sie ein geeignetes Frostschutzmittel für Ihren Motor in der entsprechenden Verdünnung nachfüllen. Ab und an sollten Sie auch überprüfen, wie die Kühlflüssigkeit zusammengesetzt ist. Dazu können Sie einen passenden Kühlmitteltester einsetzen. Bitte beachten Sie, dass die Anzeige für das Kühlmittel sich meist nur auf dessen Temperatur bezieht und nicht unbedingt auf den tatsächlich vorhandenen Füllstand. Sollte diese aufleuchten, dann sollten Sie Ihre Kühlmittel prüfen.

Die richtige Mischung Ihres Kühlmittels

Kühlmittel destilliertes Wasser

Wenn Sie Kühlflüssigkeit ergänzen wollen bzw. müssen, dann benötigen Sie für das fertige Kühlmittel neben destilliertem Wasser auch das passende Frostschutzmittelkonzentrat. Welches Konzentrat genau erforderlich ist und wie dieses gemischt werden muss, gibt Ihnen der Fahrzeughersteller vor. Alternativ können Sie auch Fertigmischungen einsetzen. Sie sollten auch unbedingt beachten, dass sie keinesfalls inkompatible Frostschutzmittel miteinander vermischen dürfen. Sollten Sie die entsprechenden Vorgaben missachten, so kommt es meist zu ungewollten Reaktionen der unterschiedlichen Stoffe, was schlussendlich zur Verstopfung des Kühlers oder des gesamten Kühlkreislaufs führen kann. Schlussendlich kann daraus wiederum eine Motorüberhitzung resultieren, wobei oft die Zylinderkopfdichtungen als schwächstes Glied durchbrennen. Schnell entsteht so ein Totalschaden Ihres Fahrzeugmotors. Damit die Motorkühlung wirklich effizient arbeitet, sollten Sie auch regelmäßig Ihren mechanischen Kühlerventilator überprüfen.

Der Austausch des Kühlmittels in Ihrem Auto

Es gibt Situationen, in denen Sie Ihr Kühlmittel komplett auswechseln sollten. Dies kann zum Beispiel erforderlich werden, wenn Sie einen großen Verlust bemerken und nicht wissen, wo Ihr Kühlmittel ausläuft. Dann kann eine umfassende Lecksuche erst dann erfolgen, wenn der Kreislauf zuvor entleert wurde. Ein Problem mit einer Undichtigkeit erkennen Sie am einfachsten am Ausgleichsbehälter für Ihr Kühlmittel. Sinkt dort der Pegel kontinuierlich und unterschreitet das Minimum, so sollten Sie sich den Kühler, die Wasserpumpe und alle Leitungen genauer ansehen.

Ein weiterer Grund für einen Kühlmittelaustausch ist es, wenn dessen Farbe sich ungewöhnlich verändert hat. Hat dieses nicht mehr die Ursprungsfarbe oder erkennen Sie vielleicht sogar Schwebstoffe oder Rostpartikel, so sollte diese Arbeitsflüssigkeit dringend erneuert werden. Dabei kann es sich lohnen, eine Fachwerkstatt mit der entsprechenden Reinigung zu beauftragen oder den Autokühler selbst zu spülen, denn nur so lassen sich eventuelle Ablagerungen und Rückstände möglichst vollständig beseitigen.

Beim Ablassen des alten Kühlmittels sollten Sie dieses unbedingt in einer ausreichend großen Wanne auffangen. Dabei muss diese ein Volumen von bis zu 10 Litern haben, denn oftmals sind 5-10 Liter Kühlmittel im Kreislauf vorhanden. Danach stellt sich jedoch die Frage, wie Sie das alte Kühlmittel entsorgen können. Dieses sollte keinesfalls ins Grundwasser gelangen und auch nicht über den Ausguss beseitigt werden. Für die Entsorgung der Kühlflüssigkeit müssen Sie sich an einen entsprechenden Experten wenden. Meist ist dies über die örtliche Tankstelle, auf den Recyclinghöfen oder aber über eine Autowerkstatt möglich. Das gleiche gilt im Übrigen auch, wenn Sie das Konzentrat des Frostschutzmittels entsorgen wollen bzw. müssen.

Im Anschluss müssen Sie neues Kühlwasser einfüllen nachdem Sie eventuelle Lecks beseitigt haben. Dazu sollten Sie zunächst die Tabelle zum Kühlmittel für Ihr Fahrzeug zu Rate ziehen. Zu bedenken ist dabei, dass die Farbe des Kühlmittels keinen Rückschluss auf dessen Zusammensetzung erlaubt.

ein nicht einfach mit anderen Frostschutzmittel mischen

So können Sie beispielsweise ein blaues Kühlmittel nicht einfach mit einem anderen blauen Frostschutzmittel mischen. Wichtig sind hingegen die Kennzeichen des entsprechenden Kühlmittels. Welche Kühlmittel Sie theoretisch mischen könnten hängt ganz von den entsprechenden Produkten ab. Aus diesem Grund raten wir Ihnen dringend, sich vorab das Okay Ihres Fahrzeugherstellers zu holen, damit es zu keinen schwerwiegenden Fehlern kommt.

Fazit

Eine regelmäßige Wartung Ihrer Fahrzeugsysteme und ein turnusmäßiger Austausch der entsprechenden Arbeitsflüssigkeiten, zu denen auch Ihr Kühlmittel im Auto gehört, hilft eine längere Lebensdauer Ihres Motors zu erreichen. Dabei kommt dem Frostschutzmittel Ihres Autos eine wichtige Bedeutung zu, denn dieses stellt im Kühlkreislauf einen optimalen Wärmeabtransport sicher. Dabei sollten Sie stets auf die richtige Zusammensetzung achten und ausschließlich kompatible Produkte nutzen. Von Zeit zu Zeit ist zudem eine Reinigung Ihres Kühlkreislaufs angeraten. Zusätzlich sollten Sie auch darauf achten, dass der mechanische Kühlerlüfter problemlos funktioniert, denn dieser spielt eine ebenso wichtige Rolle für eine konstante Motortemperatur.

Ein Tipp von AUTODOC: Sollten Sie die Kühlflüssigkeit Ihres Autos kontrollieren oder gar nachfüllen wollen, so muss dafür Ihr Motor immer kalt sein. Nur so wird gewährleistet, dass Sie sich nicht verbrühen, nicht nur, weil das System heiß ist, sondern darüber hinaus auch unter Druck stehen. Darüber hinaus lässt dich auch nur bei kalter Kühlflüssigkeit deren Zusammensetzung korrekt bestimmen. Sollte Ihr Motor überhitzt sein, so müssen Sie dringend stehenbleiben und warten bis dieser wieder abgekühlt ist. Sollten Sie keine passende Nachfüllflüssigkeit zur Hand haben, so können Sie notfalls Ihr Kühlmittel mit etwas Wasser (möglichst destilliertes Wasser) auffüllen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum Sie niemals bei einem heißen Motor Kühlflüssigkeit nachfüllen sollten. Dies liegt daran, dass es aufgrund des Kontakts mit der kalten Nachfüllflüssigkeit zu Spannungen und auch zu Rissen an bzw. in Ihrem Motor und/oder Kühlkreislauf kommen kann.