Motor überhitzt

Motor überhitzt

Wenn Ihr Motor überhitzt, dann ist es wichtig, schnell zu handeln. Zunächst einmal sollten Sie diesen dazu schnellstmöglich ausschalten, damit es keine schwerwiegenden Schäden gibt. Es gibt dabei eine ganze Reihe an Möglichkeiten, welche ursächlich sein können. Dazu gehören Beispielsweise ein Mangel an Kühlflüssigkeit, ein Defekt Ihrer Zylinderkopfdichtung oder auch eine ausgefallene Wasserpumpe. Darüber hinaus können Folgeschäden eines überhitzten Motors auch durch ein defektes Thermostat verursacht werden. Wir erklären Ihnen im folgenden Artikel, wie das Kühlsystem Ihres Motors funktioniert, wie Sie dessen Funktion regelmäßig kontrollieren und wie dies hilft, die Lebensdauer Ihres Motors zu verlängern.

Wie erkennen Sie, dass Ihr Auto überhitzt?

Es gibt einige unverkennbare Anzeichen, dass Ihr Motor überhitzt. Dazu gehört es beispielsweise, dass Ihr Motorlüfter ununterbrochen läuft oder die Temperaturanzeige im Auto immer weiter steigt. Handeln Sie in einem solchen Falle nicht umgehend, kann es zu einem echten Motorschaden kommen, welcher sich nicht oder nur mit großem finanziellen Aufwand beseitigen lässt. Das wichtigste System in diesem Zusammenhang in Ihr Kühlkreislauf. Damit Sie dessen Funktion verstehen und wissen, wo es zu Problemen kommen kann, werden wir dessen Aufbau und Funktion noch genauer erläutern.

Aufgaben und Funktion des Kühlsystems

Aufgaben und Funktion des Kühlsystems

Beim Betrieb Ihres Motors wird Kraftstoff verbrannt, wobei ein großer Teil der freigesetzten Energie als Wärme abgegeben wird. Die Wärme ist ein Nebenprodukt, was nur sehr eingeschränkt und oftmals nur an kalten Tagen zur Beheizung des Innenraums genutzt werden kann. Die überschüssige Wärmeenergie muss daher möglichst effizient vom Motorblock abgeführt werden, damit dieser nicht immer heißer wird. Ansonsten könnten wichtige Motorbauteile versagen oder es könnte sich Ihr gesamter Motorblock verziehen. Aus diesem Grunde sind heute alle Fahrzeuge mit einem modernen Kühlsystem ausgestattet, auch weil die Luftkühlung während der Fahrt schon lange nicht mehr ausreichend ist.

Nach der Verbrennung wird die erzeugte Wärme über die Motorbauteile auf das Kühlmittel übertragen. Dieses befindet sich im Kühlkreislauf des Autos. Dabei sorgt die Wasserpumpe für die Umwälzung des Kühlmittels, damit die Abwärme zum Motorkühler abgeführt werden kann. Dort erfolgt der Wärmeaustausch mit der Außenluft, wobei ein passender Motorlüfter diesen bei Bedarf unterstützen kann. Dies ist besonders dann notwendig, wenn das Fahrzeug bei laufendem Motor steht oder eher langsam fährt. Die Steuerung des Kühlsystems erfolgt mit Hilfe eines Thermostats. Insbesondere Dieselmotoren verfügen dabei häufig über eine Zusatzheizung im Kühlkreislauf, auch um die Betriebstemperatur des Motors nach dem Start schneller erreichen zu können.

Was passiert, wenn der Motor zu heiß wird?

Was passiert, wenn der Motor zu heiß wird

Von einer optimalen Betriebstemperatur des Motors spricht man immer dann, wenn diese im Bereich von etwa 80 bis 100°C liegt. Bei höheren Motortemperaturen nimmer der Bauteilverschleiß sehr stark zu, weil sich die Reibung aller Bauteile erheblich vergrößert. Dabei sollten Sie beachten, dass auch ein zu kalter Motor zu einem deutlich höheren Verschleiß neigt. Ist die Kühlmitteltemperatur deutlich zu hoch, so nimmt auch der Druck erheblich zu, sodass es auch zum Platzen von Leitungen des Kühlsystems kommen kann. In einem solchen Fall ist nicht selten ein schwerer Motorschaden das Resultat. Bei Motorüberhitzungen verschlechtern sich oftmals auch die erreichten Abgaswerte und es kommt nicht selten zu Undichtigkeiten oder zum Austritt von Betriebsflüssigkeiten. Vor all diesen Problemen werden Sie jedoch häufig durch eine Warnleuchte, wenn Ihr Motor überhitzt, gewarnt.

Ursachen für einen überhitzten Motor

Welche eine zu hohe Kühlmitteltemperatur bedingen können

Wenn Ihr Motor überhitzt, so kann dies verschiedene Ursachen haben. Dabei kommen verschiedene Faktoren in Frage, welche eine zu hohe Kühlmitteltemperatur bedingen können. Zunächst einmal sollten Sie an das Offensichtliche denken und kontrollieren, ob überhaupt ausreichend Kühlflüssigkeit im System vorhanden ist. Dies ist möglich, wenn Sie den Flüssigkeitsstand im dazugehörigen Ausgleichsbehälter kontrollieren. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass Ihr Motor unbedingt abgekühlt ist bevor Sie diesen Behälter öffnen. Ansonsten kann es durch den austretenden Dampf zu schweren Verbrühungen kommen! Sollten Sie einen zu geringen Flüssigkeitsstand feststellen, so ist der nächste Schritt eine Sichtprüfung der entsprechenden Verbindungen, Schläuche und Leitungen. Wenn Sie dabei keine offensichtlichen Undichtigkeiten erkennen können, so füllen Sie im Anschluss Kühlflüssigkeit nach und beobachten in der Folgezeit, ob der Kühlflüssigkeitsstand wieder absinkt. Sollte dies der Fall sein, so müssen Sie nach der ursächlichen Undichtigkeit suchen und diese beseitigen.

Auch Probleme mit dem Wasserkühler können zur Überhitzung führen. So entsteht schnell ein Schaden durch Überhitzen am Motor, wenn die Luftzufuhr nicht ausreichend ist. Kontrollieren Sie also, ob die Luftzufuhr gewährleistet ist, ob der Kühlerlüfter frei ist und sich auch dreht. Auch Verschmutzungen des Kühlers können ursächlich sein und sollten beseitigt werden. Manchmal hat sich auch eine Plastiktüte, welche auf der Straße lag, verfangen und blockiert den Luftstrom. Im nächsten Schritt überprüfen Sie die Durchlässigkeit des Kühlers. Dazu sollten Sie den Motor warm, aber nicht zu heiß werden lassen. Jetzt sollte auch der Kühlerschlauch an der Kühlerunterseite warm werden. Ist diese nicht der Fall kann es entweder an einem verstopften Kühler oder aber an einem defekten Thermostat liegen.

Ursachen für einen überhitzten Motor

Ist die Zylinderkopfdichtung defekt, so nimmt die Motortemperatur ebenfalls sehr häufig sehr stark zu. Das liegt dann daran, dass Kühlwasser in die Brennräume gelangt und dort einfach verdampft wird. Solche Probleme erkennen Sie an einer kontinuierlichen Kühlmittelstandsabnahme oder an einem Motorölverlust, wobei unter dem Fahrzeug keine Rückstände dieser Arbeitsflüssigkeiten zu finden sind.

Weitere Ursachen sind ein defekter Kühlerlüfter (siehe Luftzufuhr), eine mangelhafte Förderung durch die Wasserpumpe oder eine fehlende Umschaltung zwischen den beiden Kühlkreisläufen. Dabei gibt es zu beachten, dass moderne Fahrzeuge in aller Regel über einen kleinen (ohne Kühler zum Vorwärmen) und einen großen (mit Kühler) Kühlkreislauf verfügen. Verstopfungen im Bereich des Thermostats können beispielsweise dazu führen, dass keine Umschaltung zwischen den beiden mehr möglich ist.

Fazit

Mit einem zu heißen Motor ist nicht zu spaßen, denn nicht selten entsteht ein großer Schaden durch einen überhitzten Motor. Nachdem Sie Ihren Motor umgehend ausgeschaltet haben, können Sie selbst einige Diagnostik durchführen, um so das Problem besser einzugrenzen. Wenn Sie dabei selbst den Umgang mit Chemikalien und Kühlmittel gelernt haben, über das entsprechende Equipment und die notwendige Werkstatt verfügen, können Sie einige davon leicht selbst beheben. In allen anderen Fällen empfehlen wir Ihnen, Kontakt zur Fachwerkstatt Ihres Vertrauens aufzunehmen.

Ein Tipp von AUTODOC: Leuchtet die Kühlmittelwarnleuchte auf, so kann dies auch bedeuten, dass nicht ausreichend Frostschutzmittel im Kühlkreislauf vorhanden ist. Die wenigsten Autofahrer wissen jedoch, dass auch zu viel Frostschutzmittel bzw. zu wenig Wasser zu ähnlichen Symptomen führen kann. Aus diesem Grunde sollten Sie Ihr Kühlmittel mit Hilfe einer Forstschutzmessspindel oder einem geeigneten Alternativgerät vermessen und im Anschluss das Verhältnis zwischen Wasser und Frostschutzmittel anpassen.

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