Partikelfilter reinigen: Wie Sie es richtigmachen

Partikelfilter reinigen: Wie Sie es richtigmachen

Der Partikelfilter ist ein wichtiges Bauteil der Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen. So gelten die ansonsten ausgestoßenen feinen Rußpartikel als krebserregend. Daher begann man schon vor vielen Jahren damit, alle Dieselfahrzeuge in Europa flächendeckend mit solchen Filtern auszustatten. Dies trug dazu bei, dass die Luftverschmutzung, insbesondere im Bereich des so genannten Feinstaubs, erheblich reduziert werden konnte. Das Prinzip dieser Systeme ist, dass diese Rußpartikel einfangen, welche dann in regemäßigen Abständen vollständig verbrannt werden. Dafür sorgt das in der Regel das Motormanagement automatisch. Dennoch kommt es im Laufe der Zeit dazu, dass sich Reste festsetzen, sodass diese Komponente ausgetauscht werden muss, weil er verstopft. Heutzutage wurden jedoch auch Methoden entwickelt, welche es gestatten, den Partikelfilter mit einem Mittel zu reinigen. Wir erklären Ihnen die Vor- und Nachteile dieser Prozesse und wie es richtig geht.

Wie funktioniert ein Rußpartikelfilter und wieso verstopft dieser?

Wie funktioniert ein Rußpartikelfilter und wieso verstopft dieser

Wie bereits beschrieben, ist die Hauptaufgabe solcher Komponenten, die Feinstaubpartikel möglichst vollständig aus Ihren Abgasen zu entfernen. Dazu nutzt man bestimmte Metallkonstruktionen bzw. Keramiken. Das Zurückhalten der Rußpartikel beruht auf den Kräften der Adhäsion. Dies erlaubt, rund 90% des Feinstaubs zu entfernen. Jetzt können Sie sich leicht vorstellen, dass Ihr Partikelfilter ein gewisses Aufnahmemaximum besitzt. Doch moderne Komponenten dieser Art reinigen sich zunächst selber. Dies geschieht, indem die zurückgehaltenen Rußpartikel einfach in regelmäßigen Abständen vollständig verbrannt werden. Ihre Motorsteuerung führt einen solchen Regenerationszyklus etwa alle 100 Kilometer durch. Dafür wird jedoch eine vergleichsweise hohe Abgastemperatur benötigt, welche auf Kurzstrecken in der Regel nicht erreicht werden kann. Daher müssen Sie damit rechnen, dass Sie einen höheren Verschleiß erleben, wenn Sie mit Ihrem Dieselfahrzeug lediglich auf kurzen Strecken unterwegs sind. Doch selbst bei der optimalen Fahrzeugnutzung bleiben Rückstände zurück. Dies liegt daran, dass die Rußpartikel nicht nur zu CO2 und Wasser verbrannt werden, sondern dass es auch etwas Asche zurückbleibt. Diese setzt sich mit der Zeit ab. Schlussendlich kommt es aufgrund der Asche im Laufe der Zeit dazu, dass der Dieselrußpartikelfilter sich zusetzt und schlussendlich komplett verstopft.

Wie können Sie Ihren Partikelfilter reinigen?

Es gibt einige Methoden, welche Sie anwenden können, um dieses Bauteil der Abgasnachbehandlung effektiver zu regenerieren. Dabei unterscheiden diese sich nicht nur in ihrer Effektivität, sondern auch in den zu erwartenden Kosten und den möglichen Problemen, welche entstehen können. Grundsätzlich sollten Sie, wenn Sie glauben, dass Ihr dieses Bauteil verstopft ist, erst einmal andere Ursachen für die beobachteten Probleme ausschließen. So sollten Sie zunächst Ihre Abgasanlage überprüfen und auch die korrekte Funktion der Lambdasonde kontrollieren. Handlungsbedarf gibt es insbesondere dann, wenn die entsprechende Kontrollleuchte für den Rußpartikelfilter oder aber auch die Motorkontrollleuchte aktiv wird.

Sollte letzteres der Fall sein, empfehlen wir Ihnen zunächst das Auslesen des Fehlerspeichers, denn nur so lässt sich die Ursache feststellen. Generell empfehlen wir Ihnen auch bei aktiver Partikelfilterleuchte Ihr technisches Fahrzeughandbuch zu Rate zu ziehen. So nutzen einige Fahrzeughersteller diese Kontrollleuchte auch, um den Fahrer darauf hinzuweisen, dass dringend ein Regenerationszyklus notwendig ist, aber dafür bisher nicht die erforderliche Abgastemperatur erreicht werden konnte. In einem solchen Falle ist meist auch eine entsprechende Vorgehensweise beschrieben, um den Partikelfilter selber zu reinigen. Oftmals müssen Sie dazu nur eine längere Strecke kontinuierlich und mit höherer Motorlast (zum Beispiel bei zügigen Fahrten auf der Autobahn) fahren. Die sollte genügen, um das Bauteil wieder „freizubrennen“. Sollte dies nichts mehr helfen, so ist davon auszugehen, dass die Komponente komplett verstopft ist.

Kontrollleuchte für den Rußpartikelfilter

Die teuerste, aber auch sicherste Variante einer Reparatur ist der Komplettaustausch dieses Bauteils. Allein der Ersatzteilpreis kann dabei jedoch im deutlichen vierstelligen Bereich liegen. Günstiger ist es, den Partikelfilter reinigen zu lassen. Dazu sind jedoch eine Demontage und ein Einschicken an eine Spezialfirma notwendig. Diese verwendet dann proprietäre Protokolle, um die Komponente wieder frei zu bekommen. Dabei muss vor allem die abgelagerte Asche, aber möglicherweise müssen auch nicht verbrannte Partikel beseitigt werden. Je nach genutztem Prozess kann es dabei jedoch auch zu Bauteilschäden kommen und bisher gibt es kaum Untersuchungen dazu, wie sich dies auf die katalytisch aktiven Beschichtungen auswirkt. Schlussendlich wissen Sie daher nicht, wie lange Ihr Filter im Anschluss noch korrekt arbeiten wird. Mit Preisen im mittleren dreistelligen Bereich kann es dennoch interessant sein, so vorzugehen.

Liqui Moly ein Mittel zum Reinigen des Partikelfilters an

Alternativ bietet beispielsweise Liqui Moly ein Mittel zum Reinigen des Partikelfilters an. Dabei handelt es sich um eine Substanz, welche mit einer speziellen Druckpistole und DPF-Lanze in das Bauteil eingebracht wird. Dabei sollen alle Verunreinigungen, welche die Verstopfung verursachen, rückstandsfrei beseitigt werden. Ein vollständiger Ausbau ist nicht notwendig, jedoch muss durch Demontage anderer Bauteile ein ausreichender Zugang geschaffen werden. Neben dieser Substanz gibt es von einigen Anbietern auch Mittel, welche das Reinigen des Partikelfilters ohne Ausbau gestatten. Diese werden in den meisten Fällen dem Kraftstoff hinzugefügt. Nachteilig ist hierbei, dass solche Additive natürlich auch im Motor mit verbrannt werden und so noch mehr Asche zurückbleiben kann. Schlussendlich eignet sich ein solcher Prozess also keinesfalls zu Vorbeugung und auch sonst sollten Sie sich vorab genau über die Erfahrungen zum Reinigen eines Partikelfilters erkundigen. Insbesondere dazu, wie lange der gereinigte Filter im Anschluss noch anstandslos seinen Dienst versehen hat. Nicht dass Sie eine solche Komponente aufwendig reinigen und im Anschluss schon nach kurzer Zeit das entsprechende Kontrolllämpchen in der Instrumententafel wieder aufleuchtet.

Fazit

Es gibt verschiedene Methoden, um einen Partikelfilter zu reinigen, nachdem Sie alle anderen Bauteile des Abgassystems, wie den Abgaskrümmer, kontrolliert haben. Dazu gehören Sprays, beispielsweise von Liqui Moly. Darüber hinaus gibt es weitere Mittel, für diese die Komponente nicht demontiert werden muss. Alternative Methoden zum Reinigen können nicht ohne Ausbau des Partikelfilters durchgeführt werden und dass verstopfte Teil muss eingeschickt werden. Generell lässt sich jedoch sagen, dass sämtliche Fahrzeughersteller von einer solchen Vorgehensweise abraten. Darüber hinaus gibt es keine Garantien oder Mindestlaufzeiten der gereinigten Bauteile. Schlussendlich müssen Sie selbst entscheiden, ob die Einsparung durch das Reinigen das resultierende Risiko wert ist.

Ein Tipp von AUTODOC: Der größte Feind Ihres Partikelfilters sind Kurzstreckenfahrten. Daher empfehlen wir Ihnen unbedingt, regelmäßig auch längere Strecken mit Ihrem Dieselfahrzeug zurückzulegen. So erreichen Sie leichter die notwendigen 500 bis 600 °C Abgastemperatur. Nur so können Sie eine längere Lebensdauer Ihres Partikelfilters erreichen, denn dann profitieren Sie von der Wartungsarmut dieses Bauteils.

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