So wählst du Motorradhandschuhe aus

So wählst du Motorradhandschuhe aus

Deine Hände sind beim Motorradfahren vielen verschiedenen Einflüssen und Gefahren ausgesetzt, weshalb die richtigen Handschuhe ein sehr wichtiger Teil der erforderlichen Schutzausrüstung sind. Sie schützen deine Knochen und Gelenke nicht nur bei einem Sturz, sondern bieten zusätzlich einen effektiven Schutz vor Kälte und Nässe. Denn gerade bei kalten Temperaturen und Regen besteht die Gefahr, dass deine Hände träge und taub werden. Und das kann auf einem Motorrad fatale Folgen haben, da die Bedienung von Bremse, Kupplung und Gas über die Hände erfolgt. Doch bei der großen Auswahl an unterschiedlichen Motorradhandschuhen für Damen und für Herren, ist es oft gar nicht so einfach, die richtigen für dich und deine Bedürfnisse zu finden. Mit diesem Artikel möchten wir dir bei der Entscheidungsfindung helfen, indem wir dir die verschiedenen Typen, Materialien und Eigenschaften genauer vorstellen.

Warum sind Motorradhandschuhe so wichtig?

Im Gegensatz zum Tragen eines Motorradhelms, gibt es in der deutschen Straßenverkehrsordnung keine Vorschrift bezüglich weiterer verpflichtender Schutzkleidung wie Hose, Jacke oder Handschuhe. Allerdings liegt es in deinem Interesse als Motorradfahrer*in freiwillig während der Fahrt geeignete Handschuhe zu tragen. Und das nicht nur, weil du bei einem Unfall möglicherweise deinen Anspruch auf Schadensersatz verlierst, wenn du dir aufgrund fehlender Schutzkleidung Verletzungen zuziehst. 

Wir Menschen neigen generell dazu, bei einem Sturz instinktiv die Arme auszustrecken, um uns mit den Händen abzufangen. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten kann das aber zu schweren Verletzungen führen. Du kannst dir allerdings auch schon bei niedrigen Geschwindigkeiten Abschürfungen und andere Verletzungen zuziehen, wenn es zu einem Unfall oder einem Sturz kommt. Daher solltest du nie ohne geeignete Motorradhandschuhe unterwegs sein. Hast du noch ein*e Mitfahrer*in dabei, gilt natürlich dasselbe wie für dich als Fahrer*in.

Handschuhe stellen jedoch nicht nur einen Schutz vor Verletzungen dar, sondern schützen deine Hände auch vor Nässe und Kälte. Denn dadurch würden deine Hände träge und taub werden, wodurch deine Feinmotorik beeinträchtigt wird und du den Gasgriff, sowie den Brems- und den Kupplungshebel nicht mehr optimal bedienen kannst. Dies gilt übrigens nicht nur für den Winter, sondern auch im Sommer bei Regen. Außerdem verhindern Handschuhe auch Schmerzen aufgrund von Kontakt mit aufgewirbelten Steinchen und Insekten. Um die dadurch entstehende Ablenkung während der Fahrt zu vermeiden, sind Handschuhe unerlässlich. Doch welche sind nun die richtigen für dich?

Welche verschiedenen Typen gibt es?

Sommer motorradhandschuhe

Bevor du dich nun auf die Suche nach Handschuhen begibst, solltest du dir zuerst klar machen, für welchen Verwendungszweck du diese benutzen möchtest. Denn es wird nicht nur zwischen Motorradhandschuhen für den Sommer und für den Winter unterschieden, sondern auch noch zwischen den verschiedenen Einsatzgebieten. Dabei lassen sich die Handschuhe in die folgenden vier Kategorien unterteilen:

  • Touren-Handschuhe: Diese Handschuhe sind in der Regel aus modernen Textilstoffen gefertigt und schützen ideal vor Nässe, extremen Klimabedingungen und Stürzen. Diese meistens wasserdichten Motorradhandschuhe sind etwas teurer, dafür sind sie aber äußerst bequem, erlauben eine mühelose Bedienung des Gasgriffs sowie des Kupplungs- und des Bremshebels und eignen sich ideal für den Alltag.
  • Chopper-Handschuhe:  Diese fingerlosen Motorradhandschuhe sind hauptsächlich ein modisches Accessoire, bieten jedoch kaum Schutz vor Regen, Feuchtigkeit oder Verletzungen. Allerdings können sie im Winter gut als zusätzliche Einlage in den Handschuhen getragen werden, um die Hände noch besser zu wärmen.
  • Motocross- oder Offroad-Handschuhe: Diese dünnen Motorradhandschuhe sind ideal für Fahrten im Gelände mit einem Enduro oder Motocross-Bike. Sie bieten ein hervorragendes Griffgefühl, wodurch eine präzise Bedienung von Gas, Kupplung und Bremse möglich ist. Achte beim Kauf dieser atmungsaktiven Handschuhe besonders darauf, dass sie optimal passen, sodass sie keine Falten werfen, was Blasen und Druckstellen verursachen kann. Allerdings sind diese Handschuhe oft nicht wasserdicht, besitzen keine Klimamembran und sind höchstens mit dünnen Protektoren aus Kunststoff ausgestattet. Dadurch schützen sie nicht besonders gut vor Nässe, Regen und Stürzen auf Asphalt, weshalb sie aber auch deutlich günstiger sind als andere.
  • Sporthandschuhe: Dies ist der sicherste, aber auch teuerste Handschuhtyp. Diese Motorradhandschuhe sind mit Protektoren, Klettverschlüssen zur sicheren Befestigung am Handgelenk und langen Stulpen ausgestattet. Ihr spezieller Schnitt und ihre besondere Form bieten noch einen zusätzlichen Schutz. Da sie nicht gefüttert sind, wird ein hervorragendes Griffgefühl ermöglicht. Für längere Fahrten sind sie allerdings nicht so gut geeignet, da sie auf Dauer unbequem sind.
Motorradhandschuhe herren

Leder- oder Textilhandschuhe  – Welches Material ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da beide Materialien verschiedene Vorteile haben. Daher kommt es immer auf deine persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse an, welches Material für dich besser geeignet ist. Die Vorteile von Leder-Motorradhandschuhen sind die folgenden:

  • + Äußerst abriebfest
  • + Sehen gut aus
  • + Leicht abwaschbar
  • + Hohe Lebensdauer
  • + Bieten durch perfekt sitzende Protektoren einen optimalen Schutz
 Die Vorteile von Leder-Motorradhandschuhen

Allerdings erfordern sie eine gewisse Pflege, sind nicht atmungsaktiv und bei hohen Temperaturen sehr warm. Textilhandschuhe haben dagegen die folgenden Vorteile:

  • + Sehr vielseitig
  • + Anpassungsfähig
  • + Alltagstauglich
  • + Atmungsaktiv
  • + Teilweise waschmaschinentauglich
Textilhandschuhe

Aber ihre Protektoren verrutschen leicht, sie haben eine geringere Lebensdauer und sind nicht so abriebfest wie Handschuhe aus Leder. Zusammenfassend kann daher gesagt werden, dass Lederhandschuhe einen größeren Schutz bieten, während Textilhandschuhe vielseitiger sind und besonders bei warmen Temperaturen durch ihre Atmungsaktivität überzeugen. Die ideale Lösung ist oftmals ein Handschuh mit einer Kombination aus Leder und Textil, der die Vorzüge beider Materialien in sich vereint.

Welche Eigenschaften sollten gute Motorradhandschuhe haben?

Abgesehen vom Einsatzgebiet bzw. von deinem Fahrstil (sportlich, offroad oder im normalen Straßenverkehr), sind auch die Witterungsbedingungen und dein Sicherheitsbedürfnis ausschlaggebend für die Wahl der richtigen Handschuhe. Fährst du auch in der kalten Jahreszeit Motorrad, solltest du warme Winterhandschuhe kaufen, während sich für den Sommer eher atmungsaktive Motorradhandschuhe anbieten. Legst du hohen Wert auf Sicherheit, solltest du darauf achten, dass deine Handschuhe ganz oder teilweise aus abriebfestem Leder bestehen. Auch die folgenden Eigenschaften sind für eine Kaufentscheidung nicht unerheblich:

  • i Gutes Griffgefühl: Besonders wichtig für einen sportlichen Fahrstil oder auf Rennstrecken.
  • i Richtige Passform: Sie sollten für gute Durchblutung und Vermeidung unangenehmer Druckstellen straff sein, aber nicht drücken und keine Falten werfen.
  • i Visierwischer aus Gummi: An einem Finger eingearbeitet, um Regen vom Helmvisier zu entfernen.
  • i Belüftung: Besonders wichtig bei Sommerhandschuhen.
  • i Membran: Sorgt für Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit.
  • i Protektoren: An den Innenhandflächen, Fingerknöcheln und Handballen der Motorradhandschuhe angebracht, bestehen häufig aus Kevlar, Carbon oder Kunststoff.
  • i Stulpen: Sollten für optimalen Schutz lang und weit genug sein, um über den Ärmel der Motorradjacke zu passen.
  • i Verschluss am Handgelenk: Verhindert ein Verrutschen des Handschuhs im Falle eines Sturzes.
  • i Touchscreen-Tauglichkeit: Sehr hilfreich, wenn du dein Smartphone als Navigationsgerät verwendest.

Wie kann ich die richtige Größe für meine Motorradhandschuhe ermitteln?

Motorradhandschuhe dürfen weder zu kurz noch zu lang sein, um ihre optimale Schutzfunktion zu erfüllen. Daher ist es ganz wichtig, sie vor dem Kauf anzuprobieren. Dies ist besonders deshalb wichtig, weil jeder Hersteller seine Handschuhe anders dimensioniert. Um einen ersten Anhaltspunkt zu erhalten, kannst du deinen Handumfang messen und diesen anschließend mit den Angaben in der Größentabelle des jeweiligen Herstellers abgleichen. Strecke dazu deine Hand flach aus und lege zum Messen des Umfangs ein Maßband um die breiteste Stelle der Hand herum. Beachte hierbei, dass Damen-Motorradhandschuhe kleiner sind als Herren-Motorradhandschuhe. Bei der anschließenden Anprobe solltest du auf Folgendes achten:

  • i Fingerlänge: Die Finger sollten nach oben hin noch ein bisschen Luft haben und nicht anstoßen.
  • i Stulpen: Sie sollten lang und weit genug sein, um über die Ärmel deiner Motorradjacke zu passen.
  • i Protektoren:  Diese müssen sich an genau den richtigen Stellen befinden, stramm sitzen und nicht verrutschen, ohne dabei zu drücken.
  • i Handbreite: Auch in der Breite dürfen Handschuhe weder zu eng noch zu weit sein.

Fazit

Auch wenn es in Deutschland keine Pflicht ist, empfiehlt sich das Tragen geeigneter Motorradhandschuhe schon alleine im Interesse deiner eigenen Sicherheit. Gut passende Handschuhe schützen deine Hände nicht nur vor Verletzungen, sondern auch vor Kälte und Nässe. Für den Winter gibt es sogar beheizbare Motorradhandschuhe, die sich besonders dann anbieten, wenn du keine Lenkerheizung hast und dazu neigst, trotz Handschuhen schnell kalte Hände zu bekommen. Bevor du dich für ein Paar entscheidest, solltest du dir genau überlegen, für welche Einsatzbereiche du sie verwenden möchtest und welche Eigenschaften dir besonders wichtig sind. Zuletzt solltest du die Handschuhe auf jeden Fall anprobieren, um sicherzustellen, dass sie optimal passen.

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