Welche Felgen darf ich fahren (KBA/ABE)

Welche Felgen darf ich fahren (KBA/ABE)?

Heute können Sie zwischen vielen verschiedenen Felgen für Ihr Fahrzeug wählen. Auch wenn es Angaben zu den zugelassenen Felgen im Fahrzeugschein gibt, sind diese nicht immer vollständig. Wir erklären Ihnen die Feinheiten, die Sie kennen sollten, wenn Sie über den Kauf neuer Felgen nachdenken.

Welche Felgen darf ich fahren?

Prinzipiell ist in Ihren Fahrzeugpapieren angegeben, welche Felgengrößen Sie fahren dürfen. Sie finden diese Angaben unter Punkt Punkt 22 in Ihrem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I). Manchmal sind diese Angaben jedoch nicht vollständig. Dann sollten Sie in der EG-Übereinstimmungsbescheinigung, sie auch als CoC-Dokument (Certificate of Conformity) bezeichnet wird, nachsehen. Des Weiteren dürfen Sie die Felgen fahren, für die eine ABE vorliegt, in welcher genau Ihr Fahrzeug genannt ist. Zu den wichtigsten Parametern von Felgen gehören: Einpresstiefe, Felgenbreite, Felgenhorntyp, Durchmesser, Lochkreis und Anzahl der Bohrungen. Eine Eintragung Ihrer neuen Felge ist immer dann erforderlich, wenn kein passendes ECE-Gutachten bzw. keine ABE zur Felge vorliegt (bzw. dort Ihr Fahrzeug nicht genannt ist).

Was bedeutet die KBA-Nummer bei Ihren Felgen?

Die KBA-Nummer ist eine Registriernummer beim Kraftfahrtbundesamt im Format „KBA-4XXXX“, welche in die Felge eingegossen ist. Felgen, die nicht für den Verkauf in Deutschland hergestellt wurden, haben jedoch nicht immer eine solche KBA-Nummer (und es liegt dann in der Regel auch keine ABE vor). Eine Eintragung von Felgen ohne KBA-Nummer ist notwendig, Sie benötigen dazu eine Einzelabnahme zum Beispiel durch den TÜV oder die Dekra.

Felgen mit kba nummer eintragungsfrei

Was ist eine ABE in Bezug auf Felgen?

Bei einer Felgen-ABE handelt es sich, wie bei einer ABE für andere Fahrzeuganbauteile, um eine so genannte allgemeine Betriebserlaubnis. Dieses Dokument gibt Auskunft darüber, an welchen Fahrzeugen diese Felgen ohne spezielle Eintragung genutzt werden dürfen. Dabei können beispielsweise unter A01 Auflagen genannt sein, welche Sie erfüllen müssen. Die Einhaltung dieser lassen Sie sich beispielsweise vom TÜV mit einer Anbaubestätigung bestätigen. Die ABE an sich kann, muss aber nicht eingetragen werden. Die entsprechenden Papiere erhalten Sie in der Regel schon beim Felgenkauf. Haben Sie diese nicht mehr, so suchen Sie nach der eingelassenen KBA-Nummer (KBA-4XXX) auf Ihrer Felge und fordern die ABE kostenpflichtig über das Kraftfahrbundesamt an.

 Häufig gestellte Fragen (FAQ) 

⚠ Wann müssen Alufelgen eingetragen werden?

Ist Ihr Fahrzeug nicht in der ABE/im ECE-Gutachten aufgelistet, so benötigen Sie die entsprechenden Gutachten/eine Abnahme. Diese müssen dann im Anschluss in Ihre Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

⚠ Wann muss man Felgen nicht eintragen lassen?

Haben Sie ein ECE-Gutachten bzw. eine ABE ohne A01 (also keine wichtigen Einschränkungen) und ist in diesen Papieren Ihr Fahrzeugtyp explizit als zulässig aufgeführt, so müssen Sie die Felgen nicht eintragen lassen. Eine Eintragung ist prinzipiell jedoch möglich, wenn Sie die entsprechenden Unterlagen nicht ständig mitführen wollen.

⚠ Wo bekommt man Gutachten für Felgen?

Bei allen anerkannten technischen Überwachungsinstituten, wie dem TÜV oder der Dekra.

⚠ Wo kann ich meine Felgen eintragen lassen?

Die Eintragung Ihrer neuen Felgen erfolgt im Allgemeinen auf Ihrer zuständigen KFZ-Zulassungsstelle. Die entsprechende Adresse finden Sie auf den Behördenwebsites.

⚠ Was braucht man alles um Felgen eintragen zu lassen?

Für eine Eintragung Ihrer Felgen in die Fahrzeugpapiere benötigen Sie die ABE (eventuell mit Änderungsgutachten/Anbaubestätigung), das Gutachten zur Einzelabnahme bzw. das Teilegutachten. Darüber hinaus benötigen Sie natürlich Ihre Fahrzeugpapiere.

⚠ Wie viel kostet es Felgen eintragen zu lassen?

Ist die Eintragung Ihrer Felgen in die Fahrzeugpapiere erforderlich und sind die notwendigen Gutachten vorhanden, so müssen Sie mit Kosten von 30-70 Euro rechnen.

⚠ Was kostet Felgen eintragen mit Gutachten?

Eine Anbaubestätigung (ABE mit A01) kosten meist unter 50 Euro. Ist ein Teilegutachten erforderlich, so schlägt dies meist mit 60-80 Euro zu Buche. Eine Einzelabnahme (keine fahrzeugspezifisches Prüfprotokoll vorhanden) beginnt mit Preisen von circa 120 Euro. Die reine Eintragung im Anschluss kostet 30-70 Euro.

⚠ Kann man größere Felgen eintragen lassen?

In der Regel können Sie ein Fahrzeug mit verschiedenen, oft auch größeren, Felgen fahren. Beachten Sie jedoch unbedingt die Angaben in der ABE bzw. dem ECE-Gutachten und ob die entsprechenden Angaben auch genau für Ihr Fahrzeug gelten, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

⚠ Was brauche ich alles, um meine Felgen eintragen zu lassen?

Am besten ist es, wenn Sie dem Gutachter möglichst viele Unterlagen zur Verfügung stellen können. Gibt es beispielsweise eine ABE, in welcher Ihr Fahrzeug nicht aufgeführt oder Auflagen unter A01 vermerkt sind, so ist diese mitzubringen. So vermeiden Sie unnötige Kosten, denn dann genügt oft schon eine Anbaubestätigung einer einschlägigen Prüforganisation.

⚠ Wie bekomme ich ein Gutachten für meine Felgen?

Prinzipiell fertigen die anerkannten technischen Fahrzeugüberwachungsorganisationen, wie TÜV und Dekra, eventuell notwendige Gutachten für Ihre Felgen an. Ein Besuch dort ist allerdings nur erforderlich, wenn kein ECE-Gutachten bzw. keine ABE ohne A01 vorliegt.

⚠ Wo finde ich die KBA Nummer auf der Felge?

Auf der Felge befindet sich eine fünfstellige KBA-Nummer (KBA-4XXXX), welche den Felgenhersteller beim Kraftfahrtbundesamt zweifelsfrei identifiziert. Über diese Nummer können Sie sich auch die notwendigen Unterlagen (wie eine ABE) besorgen, falls Sie diese verloren haben sollten.

⚠ Was versteht man unter einer ABE für Felgen?

Bei einer ABE handelt es sich um eine so genannte allgemeine Betriebserlaubnis. Wenn es für Ihr Felgen eine so genannte ABE ohne A01 gibt (in der Ihr Fahrzeug aufgeführt ist), so ist in Deutschland keine Eintragung in Ihre Fahrzeugpapiere und auch keine Anbaubestätigung erforderlich. Gleiches gilt in Deutschland, wenn ein ECE-Gutachten (ein Siegel der Economic Commission of Europe) vorhanden ist, weil dieses den gleichen Zweck erfüllt. Haben Sie nur eine ABE mit A01, so ist eine Anbaubestätigung vonnöten, welche beispielsweise der TÜV ausstellen kann. Bitte beachten Sie, dass Sie die ABE bzw. das ECE-Gutachten stets mitführen müssen.

Fazit

Eine passende Felge zu finden, kann unter Umständen etwas aufwendiger als erwartet werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie nach einem ganz bestimmten Typ suchen. Ob ein Gutachten von Dekra oder TÜV und eine Eintragung in Ihre Fahrzeugpapiere notwendig ist, hängt von den Papieren, die Sie zur Felge dazubekommen, ab. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie ausschließlich mit zugelassenen Felgen fahren, um Schäden am Fahrzeug zu vermeiden und die optimale Fahrsicherheit zu genießen.

Ein Tipp von AUTODOC: Führen Sie Ihr ECE-Gutachten (gilt europaweit) bzw. Ihre ABE stets im Fahrzeug mit. Liegt dieses bei einer Kontrolle nicht vor, so sind mindestens 10 Euro Verwarngeld zu entrichten. Erfüllen Sie hingegen die notwendigen Auflagen der Gutachten nicht, so müssen Sie sogar mit einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei sowie 140 Euro Strafe rechnen. Ihre Fahrzeugversicherung kann zudem eine Zahlung verweigern.
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