Wie funktioniert die Einparkhilfe am Auto?

Wie funktioniert die Einparkhilfe am Auto?

Angesichts der Tatsache, dass unsere Autos 95 % der Zeit im geparkten Zustand verbringen und durchschnittlich nur eine Stunde im Straßenverkehr unterwegs sind, stellt das ordnungsgemäße Abstellen des Fahrzeugs eine wichtige Thematik dar. Viele Fahrzeughalter*innen tun sich schwer mit dem Parken, vor allem dann, wenn es sich um enge Parknischen handelt und Manöver tief gelegen sind, die mit dem bloßen Auge nicht erfasst werden können. Der Blick in den Rückspiegel  genügt dann oft selbst dem/der erfahrensten Fahrer*in nicht mehr. Um diese Herausforderung zu meistern, stehen uns zum Glück dank smarter Technologien Einparkhilfen zur Verfügung. 

Vorteile eines Parkassistenten 

Das Fahrerassistenzsystem hilft, das Einparken komfortabel zu gestalten und warnt vor Hindernissen im näheren Bereich des Fahrzeugs. Es ist deshalb so nützlich, weil es den unverhältnismäßigen Aufwand und die Kosten, die eine Schramme oder ein beschädigter Autoreifen mit sich bringen, verhindern kann. Man erspart sich so außerdem die Erhöhung der Versicherungsbeiträge, die hätten vermieden werden können. Bei einer hohen Verkehrsdichte in der Innenstadt am Wochenende etwa kann sie den eigenen Stress, der beim Gedanken an die engen Parklücken aufkommt, ein Stück weit reduzieren – denn selbst bei schlechter Beleuchtung in der Nacht oder Dämmerung werden Manöver registriert. Neben der Sicherheit wird damit auch der Komfort erhöht.

Welche Arten der Einparkhilfe gibt es? Passive und aktive Parksysteme 

Die Einparkhilfe gibt es in verschiedenen Ausführungen, zum einen als passiven Parkassistenten, welcher den Vorläufer zum aktiven Parkassistenten darstellt. Erstere arbeiten mit markanten Orientierungspunkten, die das Erkennen der Fahrzeugposition und Hindernisse erleichtern. In den 1950er Jahren setzte man auf Bordsteinfühler, sogenannte Curb Feeler, die bei Kontakt mit dem Bordstein ein schabendes Geräusch verursachten und so signalisierten, die Position des Wagens zu verrücken. Diese Art des Systems wurde im Laufe der Zeit von der aktiven Parkassistenz abgelöst, die elektronisch arbeitet und vor allem in neueren Modellen zu finden ist.

Ultraschall- und radarbasierte Systeme

Die herkömmliche Einparkhilfe operiert heute mit Ultraschall, der über Parksensoren ausgestrahlt wird. Die Einparkhilfe kann vorne angebracht sein, die Parksensoren können sich aber auch, je nach Ausstattung des Fahrzeugs, hinten befinden und sind normalerweise in den Stoßfängern montiert. Je höher die Anzahl der integrierten Sensoren, desto besser die Messleistung. Neben den Systemen, die ultraschallbasiert arbeiten, existieren radarbasierte Systeme. Der Unterschied besteht darin, dass für die Messung der Entfernung zwischen PKW und Hindernis Radarsignale ausgewertet  werden. Das ist vorrangig für das Nachrüsten einer Parkdistanzkontrolle von Vorteil, da keine Ultraschallsensoren an den Stoßfängern gebraucht werden, deren Verbauung, wie oben schon erwähnt, einen vermehrten Kosten- und Arbeitsaufwand verursachen würde. Beide funktionieren nach demselben Grundprinzip: Sie leiten die von den Hindernissen reflektierten Signale als Information an das Steuersystem weiter und weisen den/die Fahrzeughalter*in auf Manöver hin. Nähert man sich einem Hindernis, werden Warnsignale erzeugt, die mit zunehmender Nähe zum Wagen in immer kürzeren Abständen ertönen. Darüber hinaus haben viele Systeme auch eine graphische Anzeige mitintegriert, die sowohl das Fahrzeug als auch Hindernisse anzeigt. Kameras dagegen, die an einigen Stellen des PKW angebracht werden, meist aber am Heck, sind eher in älteren Systemen zu finden. Sie geben dem/der Fahrer*in die Möglichkeit, die Abstände selbst einzuschätzen, indem sie die reale Umgebung abbilden. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie niedrig gelegene Hindernisse registrieren, die die Sensoren nicht erfassen können. Die Rückfahrkameras sind heute häufig zusammen mit einem klassischen Einparksystem integriert, was eine optisch-akustische Unterstützung ermöglicht.

Selbstlenkende Parksysteme

Mittlerweile gibt es auf dem Markt sogar Systeme, die beim Einparken das Lenken mittels einer elektromechanischen Servolenkung komplett übernehmen. Die Sensoren registrieren Parklücken, die groß genug sind, um das Fahrzeug sicher einzuparken und dann angewählt werden können. Die Fahrer*innen müssen nun nur noch die vom System zugewiesene Startposition einnehmen sowie Gas und Bremse selbstständig betätigen, denn nur die Lenkvorgänge werden automatisch übernommen. So behält man die Kontrolle über das Fahrzeug, während das Einfahren in die Lücke um einiges erleichtert wird. Der automatisierte Vorgang kann zudem jederzeit unterbrochen werden, indem man selbst eingreift, da die Servolenkung nur dann arbeitet, wenn benötigt. Auch die selbstlenkenden Parkassistenten, kurz Parklenkassistenten, werden häufig in Kombination mit Kamerasystemen angeboten, damit die Fahrer*innen den Heckbereich auf dem Bildschirm des Wagens beobachten können.

Einparkhilfen nachrüsten – wie am besten?

In vielen neueren Serienmodellen der Oberklasse ist bereits ein Parkassistent integriert. Sollte dies nicht der Fall sein, lässt sich die Einparkhilfe durchaus auch nachrüsten. Das erfordert allerdings etwas Aufwand, sodass beim Kauf eines PKW schon auf die entsprechende Ausrüstung geachtet werden sollte. Diese ist bei vielen Herstellern gegen Aufpreis zu haben. Auf diesem Wege kann außerdem der Fahrzeugwert bei späterem Verkauf auf unkomplizierte Art gesteigert werden. Bei älteren Modellen, die über kein solches System verfügen, eignen sich zum Nachrüsten kabellose Einparkhilfen, deren Sensoren die Signale drahtlos übertragen. Mit dem Kennzeichenhalter-System  der Marke Fensens beispielsweise kann sogar das Handy via Bluetooth-Verbindung als Display fungieren. Der Aufwand, den eine Verkabelung mit sich bringen würde, wird so umgangen. Andernfalls müssten die Sensoren manuell am Fahrzeug verbaut werden; eine Aufgabe, die oft von Fachmännern übernommen wird, um unsachgemäße Arbeiten zu vermeiden. 

Was zuvor nur mit helfenden Mitfahrenden möglich war, funktioniert nun auch im Alleingang: Fahrerassistenzsysteme ermöglichen uns das einwandfreie und risikoarme Einparken auch in die engsten Parklücken. Besonders für Stadtfahrer*innen, die täglich auf beengtem Raum verkehren, lohnt sich eine nachträgliche Anschaffung.  Auf dem Markt wird eine Vielzahl von Parkassistenten angeboten, die sich insbesondere mittels der ihnen zugrunde liegenden Technik voneinander unterscheiden. Ideal ist eine Kombination aus visuellen und akustischen Warnsignalen. Ungeübte Autofahrer*innen können sich mit dem Kauf einer Einparkhilfe außerdem zusätzlich absichern und Stresssituationen minimieren. Die selbstlenkende Variante eignet sich für diejenigen, die schon bei dem Gedanken an das Rückwärtseinparken ins Schwitzen geraten. Bei winterlichen Witterungsbedingungen sollte außerdem sichergestellt werden, dass die Sensoren nicht mit Eis, Schmutz oder Schnee bedeckt sind. Trotz der Sicherheit, die das System bietet, darf der obligatorische Blick über die Schulter nicht vergessen werden! Letzten Endes liegt die Verantwortung bei jedem selbst.

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