Wie kann man Reifen selbst wechseln

Wie kann man Reifen selbst wechseln

Wenn Sie sich das passende Werkzeug für den Reifenwechsel anschaffen, sparen Sie auf Dauer. So genügt ein passender Wagenheber sowie ein Drehmomentschlüssel bzw. ein Radkreuz oder Radschlüssel. Dieses Zubehör können Sie für wenige Geld einmalig erwerben. Anschließend erledigen Sie den Reifenwechsel und das Einlagern einfach selbst.

Wann sollten Sie den Reifenwechsel durchführen

Wann sollten Sie den Reifenwechsel durchführen

Ein Reifenwechsel ist nicht nur turnusmäßig (im Frühjahr sowie Herbst) notwendig, sondern auch immer dann, wenn einer Ihrer Reifen versagt hat. Dann müssen Sie diesen, meist unter erschwerten Bedingungen am Fahrbahnrand, gegen Ihr Ersatzrad austauschen.

Apropos Rad: Korrekterweise führen Sie zweimal pro Jahr einen Radwechsel durch, weil in der Regel die Sommerreifen bzw. Winterreifen immer auf den entsprechenden Felgen montiert bleiben. Von einem Reifenwechsel spricht man hingegen dann, wenn tatsächlich nur der Reifen ausgetauscht auf der gleichen Felge ausgewechselt wird. In diesem Text behalten wir dennoch der Einfachheit halber die im Volksmund übliche Bezeichnung „Reifenwechsel“ bei.

Die Vorbereitungen für Ihren Reifenwechsel

Bevor Sie überhaupt die Reifen für die neue Winter- bzw. Sommersaison montieren, sollten Sie zunächst sicherstellen, dass Sie gut vorbereitet sind. Das Studium dieses Artikels ist natürlich ein guter erster Schritt.

Die Vorbereitungen für Ihren Reifenwechsel

Darüber hinaus sollten Sie aber auch kontrollieren, ob die Räder, die Sie montieren wollen, in Ordnung sind. Prüfen Sie diese auf Steine, Nägel und Beschädigungen – sowohl in der Lauffläche als auch Rand. Darüber hinaus müssen die Reifen auch noch ausreichend Profil haben. Dabei beträgt die 3 bis 4 Millimeter, um wirklich sicher unterwegs sein zu können. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass in Deutschland gesetzlich nur 1,6 mm vorgeschrieben sind, aber bereits viele Autoversicherungen höhere Profiltiefen fordern. Darüber hinaus sollten Sie sich auch in der technischen Betriebsanleitung Ihres Wagens darüber informieren, wo Sie Ihren Wagenheber ansetzen dürfen. Gleiches gilt für das beim Reifenwechsel geforderte Drehmoment für die Radbolzen.

Beachten Sie auch, dass Sie beim Reifenwechsel von Alu- zu Stahlfelgen auch unterschiedliche Radschrauben benötigen. Dies liegt daran, dass die beiden Felgenarten materialbedingt eine unterschiedliche Dicke und Festigkeit haben.

Die Anleitung, um den Reifenwechsel selbst zu machen

Zunächst sollten Sie für den Reifenwechsel die Handbremse anziehen. Fahren Sie einen PKW mit Automatikgetriebe, so stellen Sie den Wählhebel auf die Position „P“. Entscheiden Sie sich dann für ein Rad, welches Sie zuerst wechseln wollen. Zunächst entfernen Sie dann, eine eventuell vorhandene Radzierblende und lösen die Radbolzen bzw. Radmuttern leicht an (nur eine Viertelumdrehung). Heben Sie Ihren Wagen dann mit dem Wagenheber an (unbedingt die Vorgaben aus dem Handbuch bezüglich der Wagenheberposition beachten).

Die Anleitung, um den Reifenwechsel selbst zu machen

Nun können Sie der Reihe nach alle Radbolzen lösen. Dabei werden immer gegenüberliegende Schrauben nacheinander gelöst. Jetzt nehmen Sie das Rad ab und reinigen die entsprechende Radauflagefläche vor der Montage des neuen Rades.

Stecken Sie nun das Wechselrad auf. Dabei müssen Sie die Laufrichtung beachten (die bevorzugte Drehrichtung ist an der Seite des Reifens mit einem Pfeil markiert). Darüber hinaus empfehlen einige Experten, die Räder, welche zuvor auf der Hinterachse angebracht waren, an der Vorderachse zu montieren und umgekehrt. So wird ein gleichmäßigerer Reifenverschleiß erreicht. Halten Sie sich dann an die in der Bedienungsanleitung angegebene Reihenfolge, um die Radschrauben hineinzudrehen. Zunächst werden diese locker hineingedreht, bevor sie in der Folge handfest angezogen werden. Im nächsten Schritt lassen Sie Ihren PKW wieder so weit herunter, dass Ihr Rad gerade aufsteht. Jetzt können die Radbolzen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment festgezogen werden. Fahren Sie nun mit dem nächsten Rad fort. Insgesamt beträgt die Dauer für den Reifenwechsel 30 bis 60 Minuten.

Dass die Schrauben richtig angezogen sind, sollten Sie nach etwa 50 bis 100 Kilometern nochmals kontrollieren. Jetzt empfiehlt es sich noch, die Montageposition der demontieren Reifen mit Wachskreide zu markieren. Sie können die gängigen Abkürzungen „VL“, „VR“, „HL“ und „HR“ (vorne links, vorne rechts, hinten links und hinten rechts) verwenden; damit Sie beim nächsten Reifenwechsel wissen, welcher Reifen wohin gehört. Im Anschluss fahren Sie mit Ihrem Wagen direkt zur Reifendruckkontrolle (noch besser ist es, einen eigenen Kompressor oder eine geeignete Luftpumpe zu Haus zu haben).

Reifendruckkontrolle

Wie lagern Sie die Räder bis zum nächsten Reifenwechsel

Eine trockene, dunkle und kühle Lagerung, am besten in gut gelüfteten Kellerräumen, ist ideal, wenn Sie die Reifenlebensdauer maximieren wollen. Insbesondere ist dabei der Schutz vor Schmutz, Öl, Sonneneinstrahlung sowie Lösungsmitteln besonders wichtig. Erhöhen Sie vor der Einlagerung den Luftdruck ein wenig, damit diese bei der nächsten Montage noch genügend Luft für die Fahrt zur Tankstelle haben. Kompletträder können Sie entweder an den passenden Wandhalterungen bzw. auf einem Felgenbaum befestigen oder aber vorsichtig mit einem Schutz zwischen den Rädern übereinanderstapeln. Lagern Sie hingegen Reifen ohne Felgen ein, so sollten diese aufrecht aufbewahrt und nach je 1-2 Monate um etwa 90 ° gedreht werden.

Fazit

Ein Reifenwechsel ist nicht schwer. So lange Sie sich an unsere Anleitung halten, kann eigentlich nicht viel passieren. Darüber hinaus benötigen Sie jedoch einen geeigneten Lagerplatz und ausreichend Stauraum, um die Reifen im Rest des Jahres sicher aufzubewahren. Bemerken Sie nach dem Reifenwechsel ungewöhnliche Geräusche oder sogar ein Schlackern des Lenkrads bei bestimmten Geschwindigkeiten, so müssen die Reifen wahrscheinlich neu ausgewuchtet werden. Dabei kann Ihnen entweder ein Reifenhändler oder eine Fachwerkstatt helfen.

Ein Tipp von AUTODOC: Um keinen Reifenwechsel zu verpassen, können Sie sich an folgende allgemeine Regel halten: Sommerreifen kann man in etwa von Ostern bis Oktober fahren; danach werden wieder Winterreifen benutzt. Dies liegt insbesondere daran, dass schon bei einstelligen Temperaturen Winterreifen eine bessere Straßenhaftung haben.

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