Wie lange dauert es, bis das Bußgeld eintrifft?

Wie lange dauert es, bis das Bußgeld eintrifft?

Ob ausgelöster Blitzer oder rote Ampel – viele Autofahrer wissen genau, wann sie gegen die StVO verstoßen haben und mit einem Bußgeld rechnen müssen. Doch wie lange muss eigentlich auf den Bescheid gewartet werden? Unser Artikel erklärt, wann Sie mit Ihrem Bußgeld rechnen müssen und ob es sogar Verjährungsfristen bei der Zustellung gibt.

Wann ist überhaupt mit Bußgeld zu rechnen?

Kleinere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung wird jeder Autofahrer im Laufe der Jahre kennen. Oft reichen schon wenige Sekunden der Ablenkung aus, um zu schnell für eine Radarkontrolle zu fahren oder bei einer Abstandsmessung negativ aufzufallen. In diesen und vielen weiteren Situationen wird ein Bußgeld fällig und lassen den Autofahrer Tag für Tag warten. Schnell wird sich gefragt: „Bis wann muss ein Bußgeldbescheid zugestellt sein?“, oder „Kann der Bescheid zu spät zugehen, so dass ich nicht mehr zahlen muss?“.

Grundsätzlich gilt für alle Vergehen von der roten Ampel bis zum Fahren ohne Führerschein: Strafen und Konsequenzen drohen. Wann und ob überhaupt eine Verfolgung der Ordnungswidrigkeit stattfindet, hängt von diversen Faktoren ab. Genauso wie die Einschätzung, ob neben dem Bußgeld mit einer Eintragung im Flensburger Verkehrsregister und weiteren Folgen zu rechnen ist.

Wie lange dauert es, bis ein Bußgeldbescheid kommt?

Üblicherweise wird der Bußgeldbescheid im Zeitraum zwischen zwei und sechs Wochen zugestellt. Nicht jede Verkehrsbehörde arbeitet mit dem gleichen Tempo und wird sich Zeit bei der Bearbeitung der einzelnen Verstöße lassen. Im Falle einer Übertretung der zulässigen Geschwindigkeit und Messung mit einem Blitzer werden die Aufnahmen nicht täglich ausgewertet. Es können also einige Tage oder sogar Wochen vergehen, bis das Material ausgelesen und die Bußgeldbescheide zugestellt werden.

Schneller dürfte es gehen, wenn Sie persönlich bei einer Polizeikontrolle aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Beamten machen Sie vor Ort über Ihren Verstoß vertraut und werden hiernach unmittelbar die Einforderung des Bußgeldes veranlassen. Hier dürfen Sie schon nach wenigen Tagen mit der Zustellung Ihres Bescheides rechnen.

Wovon hängt der Zeitraum der Zustellung ab?

Weitere Faktoren spielen in das Eintreffen Ihres Bußgeldbescheides ein. Zu den wichtigsten gehören:

– Ort der Ordnungswidrigkeit: Wenn Sie in Ihrer Stadt oder Gemeinde geblitzt wurden, wird Ihnen der Bescheid vergleichsweise schnell zugehen. Anders sieht es bei Vergehen im Ausland aus, bei denen sich die Zustellung aufgrund der Distanz zu Deutschland verzögert. Je nach Reiseregion werden Urlauber bei Verstößen deshalb direkt zur Kasse gebeten.

– Verwaltungsaufwand: Jeder einzelne Verstoß muss geprüft und bearbeitet werden. Dieser Prozess kann sich je nach Auslastung der zuständigen Verwaltung ziehen. Gerade in einer Phase, in der zahlreiche Bußgeldbescheide von der Behörde zu erstellen sind, kann sich das Versenden um einige Tage oder Wochen verzögern.

– Nachprüfung des Beweismaterials: Bei vielen Verstößen wie dem Überschreiten des Tempolimits oder Abstandsmessungen sind aufgenommene Fotos das wichtigste Beweisstück. Der Fahrer oder das Kennzeichen sind eventuell nicht eindeutig zu erkennen oder andere technische Schwierigkeiten sind bei der Messung eingetreten. Dies wird vor Zustellung des Bescheides seitens der Verkehrsbehörden überprüft.

Was gilt für das „Knöllchen“ beim Falschparken?

Das „Knöllchen“ auf der Windschutzscheibe beim Falschparken ist der schnellste Weg, wie Sie Ihren Bußgeldbescheid erhalten. Das Dokument ist rechtsgültig und dient als vollwertiger Bescheid mit den Zahlungsinformationen für Ihr Bußgeld und weiteren offiziellen Informationen. Hier sollten Sie nicht zwingend auf einen gesonderten Bußgeldbescheid warten, sondern können direkt den Betrag auf dem Strafzettel überweisen.

Sollte die Zahlung des Bußgeldes ausbleiben, werden Sie einige Wochen später erneut zum Begleichen des Bußgeldes aufgefordert. Den Strafzettel einfach zu ignorieren, wird somit nicht weiterhelfen. Natürlich kann das „Knöllchen“ auch gestohlen worden sein oder ist durch Regen und Schnee unlesbar geworden. Hier werden Sie trotzdem eine weitere Zahlungsaufforderung erhalten.

Was muss im Bußgeldbescheid zu finden sein?

Wenn nach zwei bis sechs Wochen Ihr Bußgeldbescheid eintrifft, stellt sich die wichtigste Frage: „Soll ich einfach zahlen oder lohnt sich ein Einspruch?“. Viele Bescheide in Deutschland weisen formale oder inhaltliche Fehler auf, so dass sich der Einspruch lohnen konnte. Zunächst sollte deshalb überprüft werden, ob alle relevanten Informationen im Bußgeldbescheid zu finden und korrekt sind. Hierzu gehören:

– Name und weitere persönliche Angaben der beschuldigten Person
– Name und Anschrift der Behörde
– Ort, Zeit und Art des Tathergangs
– gesetzliche Bezeichnung der Ordnungswidrigkeit
– angewendete Rechtsgrundlage und Höhe des Bußgeldes
– eventuelle, weitere Folgen wie ein Fahrverbot

Mit der Zustellung des Bescheides in dieser formal korrekten Form wird er rechtswirksam. Auch die relevanten Fristen für Zahlung des Bußgeldes oder Einspruch gegen den Bescheid laufen an.

Ab wann ist ein Bußgeldbescheid ungültig?

In Deutschland gilt für den Bußgeldbescheid eine Frist von drei Monaten. Sollten Sie den Zeitpunkt Ihres Vergehens kennen und haben Sie drei Monate später noch immer keinen Bescheid erhalten, gilt die Tat juristisch als verjährt. Sollte der Bußgeldbescheid später eingehen, können Sie ihn ignorieren. Zudem haben Sie die beste Rechtsgrundlage für einen erfolgreichen Einspruch.

Falls Ihnen der Bescheid über Ihre Bußgeld erfolgreich innerhalb der 3-Monats-Frist zugestellt wurde, gilt eine Einspruchsfrist von 14 Tagen. Es wird ab dem Tag gerechnet, ab dem der Bescheid Ihnen nachweislich per Post zugestellt wurde. Sollten Sie binnen zwei Wochen keinen Einspruch erheben, gilt der Bescheid als akzeptiert und Sie sind zur Zahlung des Bußgeldes verpflichtet.

Wann und wie kann ich Einspruch gegen den Bescheid einlegen?

Bei welcher Behörde Sie einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen können, ist dem Bescheid selbst zu entnehmen. Innerhalb der genannten Frist von zwei Wochen reicht es im Regelfall, einen formlosen Brief aufzusetzen. Wichtig ist, eine triftige Begründung für Ihren Einspruch zu nennen.

Berechtigt ist Ihr Einspruch bei formalen oder technischen Fehlern des Bescheids, die Sie alleine oder mit Hilfe Ihres Anwalts überprüfen sollten. Für diese Situationen empfiehlt sich der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung. Seien Sie darauf eingestellt, dass abhängig von der Bewertung Ihres Einspruches eine Verhandlung beim zuständigen Verkehrsgericht eingeleitet werden kann.

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