Wie schmiert man eine Motorradkette

Wie schmiert man eine Motorradkette

Ohne die Kette würde sich kein Motorrad vorwärtsbewegen. Denn sie ist es, die die Kraft vom Motor auf das Hinterrad überträgt. Zwar gibt es heute mit Kardanwelle und Zahnriemen schon einige Alternativen, aber der herkömmliche Kettenantrieb ist noch immer der effektivste Mechanismus für die Kraftübertragung und deutlich unempfindlicher als beispielsweise ein Zahnriemen. Damit sie jedoch ihre Funktion möglichst lange ausführen kann, muss sie regelmäßig gewartet und geschmiert werden. Wie oft, womit und wie du dies tun solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Welche Funktion hat die Motorradkette?

Motorräder werden entweder mithilfe einer Kardanwelle, eines Zahnriemens oder einer Kette angetrieben. Die ersten beiden sind zwar um einiges pflegeleichter, aber  auch deutlich teurer in der Herstellung. Außerdem sind sie nicht ganz so effektiv wie eine Kette, wodurch mehr Leistung verloren geht. Als wichtigstes Verbindungsstück zwischen Motor und Hinterrad sorgt die Kette für die Übertragung der Kraft, die für die Fortbewegung der Maschine erforderlich ist. 

Um diese Effektivität aufrecht zu erhalten, erfordert die Motorradkette allerdings eine regelmäßige Pflege. Außerdem kann auch die Lebensdauer der Kette durch gute Pflege verlängert werden. In der Regel hält sie ca. 20 000 km. Wird sie jedoch regelmäßig gereinigt und geschmiert, schafft sie mitunter auch eine Laufleistung von bis zu 50 000 km. Eine Kette, die nicht gepflegt wird, muss dagegen oft schon nach 10 000 km ersetzt werden.

Wie oft muss ich meine Kette ölen?

Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie deinem Fahrstil, den Umgebungsbedingungen und der Witterung. Wenn du nur mit mäßiger Geschwindigkeit bis maximal 130 km/h fährst, wird deutlich weniger Öl von der Motorradkette geschleudert als bei einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h. Bist du mit deinem Motorrad häufig im Gelände unterwegs, musst du deine Kette häufiger reinigen und anschließend wieder fetten als bei Fahrten auf befestigten Straßen oder Rennstrecken. Dasselbe gilt für häufige Fahrten im Regen, da die Kette dabei nicht nur nass wird, sondern auch verschmutzt. Generell wird empfohlen die Motorradkette in einem Intervall von 500 bis 1 000 Kilometern zu schmieren und alle 1 500 bis 2 000 Kilometer zu reinigen, bei starker Verschmutzung auch schon mal eher.

Womit kann ich meine Motorradkette schmieren?

Grundsätzlich gesehen hast du zwei Möglichkeiten, deine Kette zu schmieren. Du kannst Kettenspray (Kettenfett) oder Kettenöl verwenden. Während das Spray schneller aufgetragen werden kann, überzeugt das Öl durch höhere Präzision. Wenn du deine Motorradkette mit einem Spray fetten möchtest, genügt es meist schon, dieses zwischen den Kettenlaschen aufzutragen. Denn aufgrund des relativ breiten Sprühstrahls und des Sprühnebels, gelangt dabei in der Regel schon ausreichend Fett auf die restliche Kette. Dadurch findet das Schmiermittel auch seinen Weg zwischen die Rolle und die Buchse (Hülse). Auf diese Weise entsteht ein effektiver Schutz vor Rost und Verschleiß.

Entscheidest du dich dagegen für Kettenöl, musst du die Teile deiner Motorradkette einzeln schmieren. Schmiere am besten zuerst die Kettenlaschen an den Stellen, an denen sich der Gummidichtring befindet. Anschließend kannst du den Bereich zwischen der Rolle und der Hülse ölen, indem du das Schmiermittel zwischen Rolle und innerer Kettenlasche aufträgst. Egal für welches Mittel du dich entscheidest, solltest du im ersten Schritt auf jeden Fall deine Kette reinigen, falls sie sehr verschmutzt ist, da sonst weder Fett noch Öl richtig an der Kette haften bleibt. Dafür benötigst du die folgenden Utensilien:

  • Montageständer oder Hauptständer zum Aufbocken des Hinterrades
  • Lappen oder Haushaltspapier zum Entfernen von groben Verschmutzungen und zum anschließenden Abtrocknen
  • Auffangschale zum Auffangen des Schmutzwasser, damit dieses nicht ungehindert ins Grundwasser gelangt, falls du die Reinigung an einem nicht für die Fahrzeugwäsche zugelassenen Ort durchführen möchtest
  • Eimer mit warmem Wasser für die Reinigung der Kette
  • Ketten- oder Geschirrbürste zur Vereinfachung der Reinigung schwer zugänglicher Bereiche
  • Kettenreiniger oder Universalreiniger für Motorräder am besten in Gelform
  • Kettenspray oder Kettenöl zum abschließenden Schmieren

Wie schmiere ich meine Motorradkette richtig?

Damit deine Kette möglichst lange hält, solltest du sie ungefähr alle 1 000 km, spätestens jedoch, wenn dir bei einer der regelmäßigen Sichtkontrollen blanke oder rostige Stellen auffallen, nachschmieren. Das Kettenfett bzw. -öl haftet am besten auf einer sauberen und trockenen Kette, weshalb du diese vor dem Schmieren möglichst reinigen solltest. Außerdem solltest du deine Kette nicht unmittelbar vor Fahrtbeginn schmieren, sondern am besten abends nach deiner Tour. Auf diese Weise hat das Schmiermittel genug Zeit zum Einwirken und wird während der Fahrt nicht auf den Bremsen, den Reifen oder den Felgen verteilt. Ist deine Kette sowohl sauber als auch trocken, kannst du sie folgendermaßen schmieren:

  1. Motorrad auf den Mittel- oder Montageständer stellen, alternativ kannst du auch einen Liftstick verwenden, um das Hinterrad vom Boden anzuheben.
  2. Decke den Reifen und die Felge am besten mit einem Stück Pappe ab, das du anschließend ganz einfach entsorgen kannst.
  3. Sprühe das Kettenspray auf die Innenseite der Kette, am besten zwischen Kettenrad und Ritzel, und drehe das Rad von Hand, um das Fett auf der gesamten Kette zu verteilen. Die Außenseite wird in der Regel bei der nächsten Fahrt automatisch gefettet.
  4. Anschließend kannst du die Pappe entsorgen und eventuelle Spritzer von den umliegenden Karosserieteilen entfernen

Achte beim Schmieren unbedingt darauf, nicht zu viel Fett bzw. Öl aufzutragen, da überschüssiges bei der nächsten Fahrt sowieso wegfliegt. Fette oder öle deine Motorradkette dafür lieber häufiger. Ist dir das regelmäßige Schmieren deiner Kette zu aufwendig, kommt eventuell ein permanentes Schmiersystem für dich in Frage. Hierbei wird während der Fahrt ein relativ dünnflüssiges Öl mittels Druck oder Unterdruck auf das Kettenrad getropft. Diese Systeme sind zwar sehr kostenintensiv, ermöglichen aber auch eine sehr hohe Lebensdauer der Motorradkette sowie stets die idealen Fahreigenschaften.

Wie reinige ich meine Kette richtig?

Wie reinige ich meine Kette richtig?

Damit das neue Kettenfett gut auf deiner Motorradkette haftet, solltest du sie möglichst vor dem Schmieren zuerst reinigen. Bei grober Verschmutzung ist dies jedoch in jedem Fall erforderlich. Nachdem du dein Motorrad auf den Haupt- oder Montageständer gestellt hast, sodass sich das Hinterrad drehen lässt und du eine Auffangwanne oder ein großes Stück Pappe unter die Kette gelegt hast, kannst du mit der Reinigung beginnen. Entferne zuerst den groben Schmutz mit Haushaltspapier, einem Lappen oder einer Kettenbürste. Danach kannst du einen speziellen Kettenreiniger verwenden, der auf die verschmutzte Kette gesprüht wird und anschließend einen Moment einwirken muss. Reinige die Kette dann mit der Kettenbürste bis alle Verschmutzungen von den Kettengliedern, Zahnrädern und dem Ritzel beseitigt sind. Bei sehr grober Verschmutzung kann es erforderlich sein, die Reinigung zu wiederholen. Verwende jedoch auf keinen Fall einen Dampfstrahler oder einen Hochdruckreiniger, da diese die O-Ringe beschädigen können, was zu einer Verkürzung der Kettenlebensdauer führen kann. Trockne die Kette anschließend gründlich ab. Sobald sie vollständig trocken ist, kannst du sie wie oben beschrieben neu schmieren.

Fazit

Ohne eine gut funktionierende Motorradkette lässt der Fahrspaß oft schnell nach. Um sie stets in gutem Zustand zu halten und ihre Lebensdauer zu verlängern, solltest du sie regelmäßig alle 500 bis 1 000 km reinigen und schmieren. Dies kann bei grober Verschmutzung auch schon eher der Fall sein. Achte stets darauf, dass die Kette vor dem Schmieren sauber und trocken ist, damit das Fett besser hält. Schmiere sie außerdem lieber häufiger und sparsam, als reichlich und selten, da überschüssiges Kettenfett während der Fahrt weggeschleudert wird. Aus demselben Grund solltest du diese Arbeit möglichst abends, nach deiner Tour erledigen, damit das Fett Zeit genug hat, um einzuziehen.

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