Der Kurbelwellensensor: Funktion, Defekte und deren Symptome

Der Kurbelwellensensor: Funktion, Defekte und deren Symptome

Der Drehzahlsensor bestimmt die Lage und die Umdrehungsgeschwindigkeit der Kurbelwelle. Diese Messwerte dienen bei sehr modernen Fahrzeugen auch dazu, die Motordrehzahl zu visualisieren. Viel wichtiger sind die Daten jedoch für das Motorsteuergerät, welches heutzutage in allen Fahrzeugen zu finden ist. Dieses kann die Messwerte auswerten und dazu benutzen, den Motor, die Zündung und die Einspritzung zu optimieren. Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen die verschiedenen Arten von Sensoren und wie Sie erkennen, dass dieses Bauteil defekt ist.

Welche Arten von Drehzahlsensoren gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man so genannte Hallsensoren und induktive Drehzahlsensoren. Bei einem induktiven Sensor macht man sich zunutze, dass ein Strom durch eine Spule fließt, wenn sich das umgebende Magnetfeld ändert. Dazu wird ein Zahnrad an der Kurbelwellendrehachse angebracht. Der Sensor selbst besteht aus einem Dauermagneten sowie einer Weicheisenkernspule. Das Zahnrad bewegt sich nun bei der Umdrehung im Magnetfeld des Dauermagneten und verändert dieses (je nachdem, ob sich gerade eine Lücke oder aber ein Zahn in der Nähe des Sensors befindet. So kann nicht nur die einzelne Umdrehung gemessen werden, sondern das Motorsteuergerät kann auch noch Informationen über den Drehwinkel und die genaue Drehgeschwindigkeit erhalten. Zum Prüfen eines solchen Kurbelwellensensors benötigen Sie ein geeignetes Oszilloskop.

Ein Hallgeber arbeitet nach einem anderen Funktionsprinzip. Hier wird ebenfalls ein Dauermagnet verwendet. Dieser ist jedoch so angeordnet, dass dieser ein senkrechtes Magnetfeld zum Hallsensor ausbildet. Letzterer befindet sich dabei zwischen dem Dauermagneten und einem Zahnrad, welches sich mit der Kurbelwelle dreht. Auch hierbei beeinflusst die Drehbewegung das Magnetfeld erheblich. Der Halbleiter des Sensors ist dabei stromdurchflossen. Passiert ein Zahnradzahn das Magnetfeld, so entsteh eine Ablenkung der Elektronen sowie eine Rechteckspannung im Millivoltbereich. Diese kann dann vom Motorsteuergerät ausgewertet werden.

Symptome bei einem Defekt des Kurbelwellensensors

Symptome bei einem Defekt des Kurbelwellensensors: Motorkontrollleuchte

Da es sich um ein sehr wichtiges Bauteil handelt, sollten Sie bei einem Defekt möglichst schnell handeln. Dies können Sie jedoch nur, wenn Sie auch genau die Symptome, die auftreten können, kennen. Zu den wichtigsten Problemen, die durch einen defekten Sensor dieser Art, ausgelöst werden, gehört zum Beispiel ein sehr schlecht oder gar nicht mehr startender Motor. Darüber hinaus werden in den meisten Fällen entsprechende Fehlercodes im dazugehörigen Fehlerspeicher Ihres Fahrzeugs abgelegt. In diesem Falle leuchtet auch die Motorkontrollleuchte in der Instrumententafel dauerhaft auf. Suchen Sie in einem solchen Falle eine Fachwerkstatt zum Auslesen der Fehler auf. Alternativ können Sie sich selbst ein Gerät zum Auslesen der Fehlercodes über die OBD(2)-Schnittstelle zulegen. Entsprechende Fehlermeldungen können zum Beispiel „Drehzahlsensor defekt“ oder auch „Signal Kurbelwellensensor nicht plausibel“ lauten. Darüber hinaus kann es auch vorkommen, dass Ihr Fahrzeugmotor einfach ausgeht oder er aber in den so genannten Notfallmodus schaltet. Einige Fahrzeugbesitzer berichten zudem davon, dass es bei einem defekten Kurbelwellensensor auch zu kurzen Motoraussetzern kommen kann.

Die Lage des Drehzahlsensors und dessen Austausch

Kurbelwellensensor Wechseln

Um den Kurbelwellensensor selbst zu wechseln, müssen Sie zunächst einmal dessen Lage ermitteln. Dabei finden Sie in guten Reparaturhandbüchern zu Ihrem spezifischen Fahrzeugmodell die Angaben, wo der Kurbelwellensensor sitzt. Da dieses Bauteil die Bewegungen bzw. Umdrehungen der Motorkurbelwelle misst, muss sich dieser natürlich in deren Nähe befinden. Bei den meisten Fahrzeugmodellen müssen Sie daher im unteren Bereich des Motors danach suchen. Dabei sollten Sie darauf achten, dieses Bauteil nicht mit dem Nockenwellensensor zu verwechseln, denn dieser befindet sich oft auch ganz in der Nähe. Je nach genauer Lage des auszutauschenden Bauteils und dessen Befestigung, kann so ein Wechsel aufwendig sein. Unter Umständen müssen verschiedene Zusatzaggregate demontiert werden, um ausreichenden Zugang zu erhalten. Sollten Sie nicht über die notwendige Erfahrung bzw. Ausstattung verfügen, so raten wir Ihnen dringend davon ab, den defekten Kurbelwellensensor selbst zu wechseln. In diesem Falle ist die Fachwerkstatt Ihres Vertrauens Ihr kompetenter Ansprechpartner. Bezüglich der Arbeitskosten müssen Sie mit rund 50 bis 250 € rechnen, wobei die Ersatzteilkosten mit etwa 30 bis 80 € zu Buche schlagen.

Ursachen für einen Defekt des Kurbelwellensensors

Ein Ausfall dieses Bauteil ist meist auf den normalen Verschleiß zurückzuführen. Durch den Einbau am Motor ist diese Komponente vielen Schwingungen, aber auch thermischen Belastungen ausgesetzt. So kommt es leicht zu Kurzschlüssen im Bauteil oder dessen Anschlüssen, zum Durchbrechen des Permanentmagneten oder zu Schwundradschäden. Darüber hinaus können jedoch auch Verschmutzungen zu einem Defekt des Drehzahlsensors führen. Schlussendlich gibt dieses Bauteil elektronische Signale an das Motorsteuergerät weiter. Diese Übertragung kann gestört sein, wenn beispielsweise die Kontakte oxidieren (eventuell durch eindringendes Wasser) oder die Kabel durchgescheuert oder durchgebissen (Marder) sind. Da der Ausbau des Bauteils aufwendig sein kann, lohnt es sich häufig auch den Nockenwellensensor mit zu erneuern, denn dieser hat eine vergleichbare Lebensdauer und ist oft in einer benachbarten Position angeordnet.

Fazit

Ein defekter Kurbelwellensensor ist ein vergleichsweise kleines Problem, dass jedoch einige weitere Probleme mit sich bringen kann. Die Materialkosten für eine Reparatur betragen ungefähr 30 bis 80 €, wobei der Arbeitsaufwand, je nach Sensorlage, deutlich zu Buche schlagen kann. Im Vergleich zu möglichen Folgeschäden sind die Kosten jedoch niedrig, sodass Sie dieses Bauteil stets umgehend erneuern sollten; auch, weil oftmals der Motor sich mit einem defekten Drehzahlsensor nicht mehr richtig starten lässt.

Ein Tipp von AUTODOC:

  1. Ein defekter Drehzahlsensor ist nur eine mögliche Ursache für einen misslingenden Motorstart. So sollten Sie beispielsweise den Ladezustand der Autobatterie messen, einen defekten Anlasser ausschließen, andere Sensoren kontrollieren (beispielsweise der Kühlmittelfühler) und die Kraftstoffpumpe überprüfen. Darüber hinaus könnte auch der Kraftstofffilter zugesetzt oder sogar eingefroren sein. Möglicherweise hat auch ein Marder ein wichtiges Kabel oder eine wichtige Leitung durchgebissen. Sollte all dies, neben dem Kurbelwellensensor, nicht die Ursache gewesen sein, so sollten sie die Fehlersuche auf weitere wichtige Systeme ausdehnen. Dazu gehören beispielsweise die Zündkerzen (Benziner), die Glühkerzen (Diesel), die Motor- und Vorglühsteuergeräte, die Kraftstoffleitungen, das Zündschloss und die Zündspulen (Benziner).
  2. Unter Umständen ist Ihr Kurbelwellensensor auch nur stark verschmutzt. Dabei kann dieser optisch nach dem Ausbau kontrolliert werden. Gibt es keine offensichtlichen mechanischen Beschädigungen, so kann man auch eine Reinigung versuchen. Ob diese Abhilfe schafft, lässt sich hinterher schnell mit einem Oszilloskop bzw. einem passenden Diagnosetester überprüfen. War die Reinigung nicht erfolgreich hilft nur noch der Tausch gegen ein neuwertiges Ersatzteil.

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