Scheinwerfer richtig einstellen: So stellst du deine Auto-Lichter optimal ein

Wissenswertes zum Einstellen von Scheinwerfern

Manchmal ist es notwendig, die Scheinwerfer neu einzustellen. Durch Beladung des Kofferraums oder Fahren mit Anhänger beispielsweise ändert sich der Neigungswinkel der Scheinwerfer. Abblendlicht, Fernlicht und Nebelscheinwerfer sind nur dann korrekt ausgerichtet, wenn die Fahrbahn optimal ausgeleuchtet ist, ohne dass entgegenkommende Verkehrsteilnehmende geblendet werden. Ist dies nicht der Fall, ist die Neuausrichtung der Scheinwerfer notwendig. In dem vorliegenden Beitrag erhalten Sie Informationen über die Überprüfung und Einstellung von Scheinwerfern.

Wie werden Scheinwerfer eingestellt?

Die Einstellung von Scheinwerfern kann man auf zwei verschiedene Arten durchführen: In Eigenregie mit einem sogenannten „Wandtest” oder durch Fachleute in einer Werkstatt. Bei beiden Methoden wird die Ausrichtung der Scheinwerfer über Einstellschrauben an den Bauteilen verwendet, um präzise Justierungen vorzunehmen. Scheinwerfer müssen so eingestellt sein, dass sie die Fahrbahn ausleuchten, ohne dabei den Gegenverkehr zu beeinträchtigen. Das Abblendlicht muss leicht nach rechts leuchten, um die Sicht auf den Straßenrand zu gewährleisten, der Lichtkegel muss eine bestimmte Höhe einhalten, denn wenn er zu hoch ist besteht Blendgefahr und wenn er zu niedrig ist, wird die Sichtweite bei Dunkelheit begrenzt. Ganz generell gilt, dass Scheinwerfer gleichmäßig leuchten müssen und nicht flackern dürfen.

Wann sollten die Scheinwerfer neu eingestellt werden?

 Es gibt verschiedene Situationen, in denen das Licht am Auto eingestellt werden muss: 
  • i Beim Austausch von Glühbirnen der Scheinwerfer
  • i Beim Austausch eines oder beider Scheinwerfer
  • i Bei Beladung des Kofferraums oder beim Fahren mit Anhänger
  • i Wenn die Scheinwerfer merklich zu niedrig oder zu hoch eingestellt sind und man als Fahrer mir der Lichthupe darauf aufmerksam gemacht wird

Bei der Beladung des Kofferraums ist Folgendes zu beachten: Je schwerer beispielsweise der Kofferraum beladen wird, desto stärker sinkt das Heck durch die Beladung ab, während sich die Fahrzeugfront nach oben hebt. Die Scheinwerfer leuchten demnach zu weit nach oben, wodurch entgegenkommende Fahrer und Fahrerinnen geblendet werden könnten. Im Normalfall müssen die Scheinwerfer aber leicht nach unten leuchten, während beim Fernlicht die Scheinwerfer geradeaus strahlen. Ist die Front abgesenkt oder sind die Scheinwerfer zu weit nach unten eingestellt, gestaltet sich die Situation umgekehrt: Die Fahrbahn wird nicht ausreichend beleuchtet und andere Verkehrsteilnehmende oder Tiere am Wegesrand oder vor einem auf der Fahrbahn sind in der Dunkelheit schlechter bis gar nicht zu sehen. In diesen Fällen muss dann der Neigungswinkel bzw. die Scheinwerferhöhe eingestellt werden.

Was muss man beim Einstellen der Scheinwerfer beachten?

Das Wichtigste beim Einstellen von Scheinwerfern ist die Sorgfalt. Falsch ausgerichtete Scheinwerfer sind eine Gefährdung für die eigene Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmenden, daher sollte man die Vorbereitung für eine korrekte Einstellung präzise befolgen. Zunächst ist es unbedingt erforderlich, dass das Fahrzeug auf einem absolut ebenen Untergrund steht. Der Fahrzeugtank muss voll und die Reifen mit dem richtigen Luftdruck befüllt sein. Das Fahrzeug sollte zudem nicht beladen sein und es ist wichtig, vor einer Einstellung eine Überprüfung der Leuchtmittel durchzuführen, denn diese müssen sich in einem guten Zustand befinden. Vor der Justierung muss man sicherstellen, dass die Leuchtweitenregulierung auf „0” steht, also der Grundeinstellung für normale Fahrten entsprechen.

sich um Auto mit einer manuellen Leuchtweitenregulierung

Manuelle vs. automatische Leuchtweitenregulierung

Für die Einstellung der Leuchtweitenregulierung (LWR), d.h. der Anpassung des Lichtkegels des Autoscheinwerfers, stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung: zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die automatische oder die manuelle Einstellung.

Handelt es sich um ein Auto mit einer manuellen Leuchtweitenregulierung, ist zur Einstellung ein mit Zahlen versehener Drehschalter neben dem Lenkrad eingebaut. Diesbezüglich regelt das Gesetz seit 1990, dass in jedem Neufahrzeug zumindest ein manueller Scheinwerferregler eingebaut sein muss. Ist ab Werk die manuelle Leuchtweitenregulierung verbaut, muss diese manuell eingestellt werden. Das Fahrzeughandbuch sollte angeben, welche Leuchtweite bei welcher Beladungsmenge eingestellt werden sollte. Die maximale Leuchtweite wird oft beispielsweise bei maximaler Beladung eingestellt, während bei wenig Beladung die Standardeinstellung bei Null liegt. In Werkstätten erfolgt die Einstellung der Scheinwerfer über Einstellschrauben an den Scheinwerfern unter der Motorhaube, mit denen der Neigungswinkel und die vertikale Stellung der Scheinwerfer eingestellt werden können. Beim Abblendlicht muss hierzu ein Neigungswinkel von 1 bis 1,2 Grad eingestellt werden. Die genaue Angabe ist auf dem Scheinwerfer unter der Motorhaube vermerkt.

Neigungsverstellung bei Xenon-, LED- und Laser-Scheinwerfern

Bei Xenon-, LED- und Laser-Scheinwerfern über 2000 Lumen ist die automatische Regulierung gesetzlich vorgeschrieben. Diese bietet ein präziseres System zur Anpassung der Leuchtweite. Denn hier wird die Fahrzeugneigung anhand von Sensoren ermittelt, die Daten vom Steuergerät an die Stellmotoren der Scheinwerfer senden, die den Scheinwerferlichtkegel entsprechend anpassen. Dieser Vorgang erfolgt bei modernen Fahrzeugen entweder bei länger anhaltender Fahrzeugneigung wie etwa bei Beladung (statische LWR) oder kontinuierlich automatisch bei allen Fahrneigungsänderungen (dynamische LWR), sodass eine konstant gute Beleuchtung gewährleistet ist. Müssen trotz alledem LED- oder Xenon-Scheinwerfer eingestellt bzw. korrigiert werden, kann das nur die Werkstatt tun, da diese über die erforderlichen Spezialgeräte und -werkzeuge verfügt. Dabei wird die Grundeinstellung mithilfe eines Diagnosegeräts korrigiert und das Auto daraufhin „angelernt“. Vor der eigentlichen Einstellung muss der Fehlerspeicher ausgelesen werden, um andere Fehler ausschließen zu können. Bei mitlenkenden Scheinwerfern erweist sich die Leuchtweitenregulierung als langwierig, wobei zudem kamerabasierte Geräte notwendig sind.

Wann sollten die Scheinwerfer neu eingestellt werden

Wie kann man Scheinwerfer selbst einstellen ohne Gerät?

Bei vielen Fahrzeugmodellen kann man die Ausrichtung der Scheinwerfer selbst anpassen, und im Vergleich mit dem Preis, den man in der Werkstatt zahlt, ist dieser Prozess fast kostenlos und erfordert keine speziellen Geräte. Wie das funktioniert, wollen wir in der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung beschreiben:

1. Schritt – Vorbereitung der Neueinstellung

Bevor man sich an die Justierung der Scheinwerfer machen kann, sollte sichergestellt werden, dass der Tank des Fahrzeugs voll gefüllt ist und die Reifen den richtigen Druck besitzen. Beides hat Auswirkungen auf den Neigungswinkel. Außerdem muss das Fahrzeug auf einer ebenen Fläche stehen.

2. Schritt – Das Fahrzeug korrekt vor einer Wand abstellen

Fahren Sie Ihr Fahrzeug vor eine Wand. Sie sollte hell sein und der Abstand zu ihr sollte mindestens 5 Meter (idealerweise 10 Meter) betragen.

3. Schritt – Messpunkte an der Wand markieren

Als nächstes nimmt man Klebeband zur Hand und markiert die Wand mit einer waagerechten Linie auf Höhe der Mitte der Fahrzeugscheinwerfer. Danach werden zwei senkrechte Linien mit Klebeband markiert, ebenfalls auf die Mitte der beiden Scheinwerfer ausgerichtet. Abschließend wird eine weitere horizontale Linie mit dem Klebeband markiert. Steht das Auto 10 Meter von der Wand entfernt, muss diese genau 12 Zentimeter unter der ersten waagerechten Linie sein. Steht der Wagen lediglich 5 Zentimeter entfernt, sind es 6 Zentimeter.

4. Schritt – Einstellung der Scheinwerfer

Wenn man die Scheinwerfer einschaltet und der Mittelpunkt des Lichtkegels auf die Korrekturlinie zeigt, dann ist der Neigungswinkel optimal eingestellt. Ist dies nicht der Fall, dann öffnet man die Motorhaube und wendet sich den Einstellschrauben an den beiden Scheinwerfern zu. Die Schrauben über, unter und neben dem jeweiligen Scheinwerfer verändern die vertikale und die horizontale Ausrichtung. Über das drehen der Schrauben kann man nun die Scheinwerfer so einstellen, dass sie auf die Korrekturlinie an der Wand zeigen, am besten sollte das Lichtbild etwas nach rechts abfallen, um ein Blenden des Gegenverkehrs auszuschließen.

Scheinwerfereinstellung in Werkstätten: Was Sie wissen müssen

Eine Alternative zur kostengünstigen Wandmethode, die relativ viel Platz beansprucht und ständig optimale Lichtverhältnisse erfordert, ist die Einstellung der Scheinwerfer durch Fachleute in einer Werkstatt. Dort können sich Profis der korrekten Ausrichtung der Scheinwerfer annehmen und sicherstellen, dass die optimale Ausleuchtung der Fahrbahn gewährleistet wird, ohne dabei andere Verkehrsteilnehmende zu blenden. In Werkstätten werden spezielle Scheinwerfereinstellgeräte, kurz SEGs, für die Justierung verwendet. Bevor mit der Einstellung begonnen wird, treffen die Werkstattprofis alle nötigen Vorbereitungen, wie die Prüfung der Abschlussscheiben, der Fahrzeugbeladung, des Reifendrucks und der Ebenheit des Werkstattbodens. Nach der Prüfung wird das SEG nach genauen Angaben symmetrisch zum Fahrzeug hin ausgerichtet, wobei Laserlinien, Schienensysteme und Nivellierplatten-Systeme bei unebenen Böden für noch mehr Präzision bei der Ausrichtung sorgen. Das SEG simuliert durch eine Linse den Abstand von 10 Metern, sodass die Einstellung auch auf kleinerem Raum möglich ist. Der Lichtkegel des Scheinwerfers wird auf einer Projektionsfläche angezeigt und mit einer Normlinie verglichen. Über diesen Vergleich können die Fachleute über die Stellschrauben der Scheinwerfer präzise Korrekturen vornehmen, bis der Lichtkegel den Vorgaben entspricht.

Lichteinstellung am Auto

Werkstätten sind seit 2014 verpflichtet, neue Anlagen bzw. neue Einstellgeräte zu verwenden, die den angepassten Richtlinien für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen entsprechen. Der Bestandsschutz für alte Geräte und Anlagen erlosch zum 1. Januar 2018.

Kosten für die Einstellung der Scheinwerfer in einer Werkstatt

Da der Prozess der Scheinwerfereinstellung weder lange dauert noch besonders aufwändig für eine Werkstatt ist, halten sich die Kosten mit ca. 20 bis 50 € in Grenzen. Die Einstellung dauert ungefähr 10 bis 20 Minuten, abhängig davon, ob die Scheinwerfer leicht oder schwer zugänglich sind. Die Preise für die Neueinstellung variieren, basierend auf dem Fahrzeug- und Scheinwerfertyp. Die Einstellung von klassischen Halogenscheinwerfern ist mit ca. 20 € am günstigsten, während moderne Xenon- oder LED-Scheinwerfer mit zusätzlichen Funktionen wie automatischer Leuchtweitenregulierung und Kurvenlicht teurer in der Einstellung sind. Zudem spielen ebenfalls die Stundensätze für die anfallende Arbeitszeit eine Rolle, es lohnt sich also immer zu vergleichen. Einige Werkstätten bieten außerdem kostengünstigere oder sogar kostenlose Licht-Checks im Herbst an.

Fazit

Die Möglichkeit zur Scheinwerfereinstellung ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Weiterentwicklung der Leuchtweitenregulierung führte dabei zur Automatisierung, sodass die Person am Steuer stärker entlastet wird. Damit sinkt das Risiko von Fehleinstellungen. Doch moderne Leuchtsysteme erfordern ebenso fortschrittliche Diagnose- und Einstellgeräte. Bei manuellen Leuchtweitenregulierungen ist man besser beraten, möglichst eine Werkstatt mit dieser Aufgabe zu betrauen, da diese über die entsprechenden Geräte verfügen und in der Lage sind, die Scheinwerfer schneller und genauer einzustellen.

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