Wissenswertes zum Einstellen von Scheinwerfern

Wissenswertes zum Einstellen von Scheinwerfern

Manchmal ist es notwendig, die Scheinwerfer neueinzustellen. Durch Beladung des Kofferraums oder Fahren mit Anhänger beispielsweise ändert sich der Neigungswinkel der Scheinwerfer. Abblendlicht, Fernlicht und Nebelscheinwerfer sind nur dann korrekt ausgerichtet, wenn die Fahrbahn optimal ausgeleuchtet ist, ohne dass entgegenkommende Verkehrsteilnehmer geblendet werden. Ist dies nicht der Fall, ist die Neuausrichtung der Scheinwerfer notwendig. In dem vorliegenden Beitrag erhalten Sie Informationen über die Überprüfung und Einstellung von Scheinwerfern.

Wann sollten die Scheinwerfer neu eingestellt werden?

 Es gibt verschiedene Situationen, in denen das Licht am Auto eingestellt werden muss: 
  • i Beim Austausch von Glühbirnen der Scheinwerfer
    Wann sollten die Scheinwerfer neu eingestellt werden
  • i Beim Austausch eines oder beider Scheinwerfer
  • i Bei Beladung des Kofferraums oder beim Fahren mit Anhänger
  • i Wenn die Scheinwerfer merklich zu niedrig oder zu hoch eingestellt sind und man als Fahrer mir der Lichthupe darauf aufmerksam gemacht wird

Bei der Beladung des Kofferraums ist Folgendes zu beachten: Je schwerer beispielsweise der Kofferraum beladen wird, desto stärker sinkt das Heck durch die Beladung ab, während sich die Fahrzeugfront nach oben hebt. Die Scheinwerfer leuchten demnach zu weit nach oben, wodurch entgegenkommende Fahrer geblendet werden könnten. Im Normalfall müssen die Scheinwerfer aber leicht nach unten leuchten, während beim Fernlicht die Scheinwerfer geradeaus strahlen. Ist die Front abgesenkt oder sind die Scheinwerfer zu weit nach unten eingestellt, gestaltet sich die Situation umgekehrt: Die Fahrbahn wird nicht ausreichend beleuchtet und andere Verkehrsteilnehmer oder Tiere am Wegesrand oder vor einem auf der Fahrbahn sind in der Dunkelheit schlechter bis gar nicht zu sehen. In diesen Fällen muss dann der Neigungswinkel bzw. die Scheinwerferhöhe eingestellt werden.

Manuelle vs. automatische Leuchtweitenregulierung

Für diesen Zweck stehen zur Einstellung der Leuchtweitenregulierung (LWR), d.h. der Anpassung des Lichtkegels des Autoscheinwerfers, grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die automatische oder die manuelle Einstellung.

sich um Auto mit einer manuellen Leuchtweitenregulierung

Handelt es sich um ein Auto mit einer manuellen Leuchtweitenregulierung, ist zur Einstellung ein mit Zahlen versehener Drehschalter neben dem Lenkrad eingebaut. Diesbezüglich regelt das Gesetz seit 1990, dass in jedem Neufahrzeug zumindest ein manueller Scheinwerferregler eingebaut sein muss. Ist ab Werk die manuelle Leuchtweitenregulierung verbaut, müssen diese manuell eingestellt werden. Das Fahrzeughandbuch sollte angeben, welche Leuchtweite bei welcher Beladungsmenge eingestellt werden sollte. Die maximale Leuchtweite wird oft beispielsweise bei maximaler Beladung eingestellt, während bei wenig Beladung die Standardeinstellung bei Null liegt. In Werkstätten erfolgt die Einstellung der Scheinwerfer über Einstellschrauben an den Scheinwerfern unter der Motorhaube, mit denen der Neigungswinkel und die vertikale Stellung der Scheinwerfer eingestellt werden kann. Beim Abblendlicht muss hierzu ein Neigungswinkel von 1 bis 1,2 Grad eingestellt werden. Die genaue Angabe ist auf dem Scheinwerfer unter der Motorhaube vermerkt.

Bei Xenon-, LED- und Laser-Scheinwerfern über 2000 Lumen ist die automatische Regulierung gesetzlich vorgeschrieben. Diese bietet ein präziseres System zur Anpassung der Leuchtweite. Denn hier wird die Fahrzeugneigung anhand von Sensoren ermittelt, die Daten vom Steuergerät an die Stellmotoren der Scheinwerfer gesendet und der Scheinwerferlichtkegel wird entsprechend angepasst. Dieser Vorgang erfolgt bei modernen Fahrzeugen entweder bei länger anhaltender Fahrzeugneigung wie etwa bei Beladung (statische LWR) oder kontinuierlich automatisch bei allen Fahrneigungsänderungen (dynamische LWR), sodass eine konstant gute Beleuchtung gewährleistet ist. Müssen trotz alledem LED- oder Xenon-Scheinwerfer eingestellt bzw. korrigiert werden, kann das nur die Werkstatt tun, da diese über die erforderlichen Spezialgeräte und -werkzeuge verfügt. Dabei wird die Grundeinstellung mithilfe eines Diagnosegeräts korrigiert und das Auto daraufhin „angelernt“. Vor der eigentlichen Einstellung muss der Fehlerspeicher ausgelesen werden, um andere Fehler ausschließen zu können. Bei mitlenkenden Scheinwerfern erweist sich die Leuchtweitenregulierung als langwierig, wobei zudem kamerabasierte Geräte notwendig sind.

Selber einstellen oder zur Werkstatt gehen?

Die manuelle Scheinwerferanpassung sollte vorweg gesagt von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden, denn diese verfügt über eigens dafür bestimmte Einstellgeräte. Wollen Sie sich selbst ans Werk machen, sollten Sie beachten, dass der Aufwand dafür relativ hoch ist. Zudem besteht die Gefahr, dass die Scheinwerfer falsch eingestellt werden, da ohne Gerät nur eine Einstellung nach Augenmaß möglich ist. Dabei kann eine Abweichung um wenige Zentimeter auf die Entfernung hin einen signifikanten Unterschied ausmachen. Daher wird Laien empfohlen, die Lichteinstellung am Auto nicht eigenhändig vorzunehmen, sondern möglichst eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Hierfür erhalten Sie dann auch eine Licht-Test-Plakette, die die fachmännisch korrekte Einstellung der Scheinwerfer bestätigt. Aus den genannten Gründen bitten wir Sie die folgenden Informationen lediglich zur Kenntnis zu nehmen.

Bei der früher noch zulässigen manuellen Prüfung und Einstellung der Scheinwerfer ohne Gerät wird die 10-m-Wand-Methode eingesetzt, bei der das Auto in einem Abstand von 10 m zur Wand – der Prüffläche – abgestellt wird. Anhand von Markierungen werden die horizontale und vertikale Position der Scheinwerfer an der Wand gekennzeichnet und darüber eine Hilfslinie gezeichnet. Eine zweite Korrekturlinie unterhalb dieser Hilfslinie gibt an, auf welcher Höhe sich der Lichtkegel eigentlich befinden soll. Der Abstand wird dabei anhand des Soll-Neigungswinkels berechnet (beträgt der geforderte Neigungswinkel z.B. 1 Grad, neigt sich das Abblendlicht bei einer Entfernung von 10 m um 10 cm). Dementsprechend wird die Justierung der Scheinwerfer vorgenommen. Diese Methode wird nur noch bei Fahrzeugen angewendet, deren Scheinwerfer aufgrund ihrer Anbauhöhe nicht mit einem Gerät geprüft werden können.

Lichteinstellung am Auto

Da diese Methode relativ viel Platz einnimmt und gleichbleibend optimale Lichtverhältnisse erfordert, kommen stattdessen heutzutage moderne Scheinwerfereinstellgeräte, kurz SEGs, in Werkstätten zum Einsatz. Diese simulieren mithilfe einer Linse den Abstand von 10 m, sodass Scheinwerfereinstellungen auch auf kleinerem Raum als früher möglich sind. Zuvor werden alle nötigen Vorbereitungen getroffen, u.a. die Prüfung der Abschlussscheiben, der Fahrzeugbeladung, des Reifendrucks und der Ebenheit des Werkstattbodens. Darüber hinaus wird das SEG nach genauen Angaben symmetrisch zum Fahrzeug hin ausgerichtet, wobei Laserlinien, Schienensysteme und Nivellierplattensysteme bei unebenen Böden für noch mehr Genauigkeit bei der Ausrichtung sorgen. Seit 2018 dürfen nur noch strenger genormte SEGs eingesetzt werden und es gelten strikte Vorschriften hinsichtlich des gesamten Prüfplatzes. Markierungslinien geben an, wo die Hell-Dunkel-Grenze der einzelnen Autolichter (Abblendlicht, Fernlicht, Nebelscheinwerfer) auftreffen muss, derzufolge die Scheinwerferjustage erfolgt.

Fazit

Die Möglichkeit zur Scheinwerfereinstellung ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Weiterentwicklung der Leuchtweitenregulierung führte dabei zur Automatisierung, sodass der Fahrer stärker entlastet wird. Damit sinkt das Risiko von Fehleinstellungen. Doch moderne Leuchtsysteme erfordern ebenso fortschrittliche Diagnose- und Einstellgeräte. Bei manuellen Leuchtweitenregulierungen ist man besser beraten, möglichst eine Werkstatt mit dieser Aufgabe zu betrauen, da diese über die entsprechenden Geräte verfügen und in der Lage sind, die Scheinwerfer schneller und genauer einzustellen.

Ein Tipp von AUTODOC: Die Scheinwerfereinstellung kann als Teil der üblichen Inspektionen vorgenommen werden. Werkstätten bieten zudem Lichttests an – gerade im Herbst oft auch kostenfrei. Ansonsten halten sich die Kosten für einen Licht-Check in einem überschaubaren Rahmen.

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