Getriebeöl prüfen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Getriebeöl prüfen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nicht nur Ihr Fahrzeugmotor, sondern auch das Getriebe benötigt ausreichend Schmiermittel für die richtige Funktion. So werden Abnutzungserscheinungen minimiert und die Effizienz optimiert. Dabei müssen Sie auch regelmäßig Ihr Getriebeöl und dessen Füllstand prüfen, um Ihr Fahrzeug gut in Schuss zu halten. So können Sie auch leicht erkennen, ob es notwendig ist, Ihr Getriebeöl vorzeitig zu wechseln.

Wie können Sie bei Ihrem Automatik-Getriebe den Getriebeölstand prüfen?

Automatikgetriebe erfordern oft bestimmte Wartungsarbeiten bezüglich des vorhandenen Schmiermittels. Sollte Ihr eigenes Fahrzeugmodell mit einem Automatikgetriebe ausgestattet sein, so ist in aller Regel auch ein passender Getriebeölmessstab vorhanden. In vielen Fällen besitzt dieser eine rote Farbe wohingegen der Motorölmessstab häufig weiß oder gelb markiert ist. Darüber hinaus gibt es meist auch eine passende Beschriftung. Bei Modellen, die einen Frontantrieb haben, finden Sie den Stab meist an Ihrem Getriebe auf der Fahrerseite, bei Heckantrieblern oft in der Nähe der Rückseite Ihres Fahrzeugmotors auf der Beifahrerseite. Sollten Sie den passenden Messstab in Ihrem Motorraum nicht sofort ausfindig machen können, so empfiehlt sich ein Blick in Ihre Fahrzeugbetriebsanleitung. Dort finden Sie auch Informationen dazu, welches Getriebeöl in Ihrem Fahrzeug eingesetzt wird.

Um den genauen Stand des Getriebeöls zu kontrollieren, müssen Sie den Messstab zunächst vollständig herausziehen. Im Anschluss sollten Sie ein möglichst fusselfreies Tuch benutzen, um das gesamte Getriebeöl vom Ölmessstab abzuwischen. Im Anschluss stecken Sie den Messstab wieder hinein und warten einige Sekunden bevor dieser wieder herausgezogen und abgelesen werden kann. Auf dem Ölmessstab gibt es dabei Markierungen für den maximalen sowie den minimalen Ölstand. Sollte diese unterhalb des Minimums liegen, so müssen Sie das passende Getriebeöl nachfüllen. Dabei empfiehlt es sich, die Menge zu beachten. Müssen Sie über 25% des notwendigen Volumens ergänzen oder der Getriebeölstand ist bei einer Kontrolle häufig zu gering, sind weitere Diagnoseschritte notwendig. So gilt es in einem solchen Falle nachzuvollziehen, wohin Ihr Getriebeöl verschwindet.

Eine weitere wichtige Information ist auch die Farbe Ihres Getriebeöls. So genanntes ATF-Getriebeöl für Ihr Automatikgetriebe besticht mit dessen knallroten Farbe. Dabei sollten Sie des Weiteren auch auf eventuell vorhandene Partikel und/oder Brandgerüche achten. Beide Symptome deuten darauf hin, dass eine gründliche Getriebediagnose durchgeführt werden sollte.

Wie überprüfe ich den Getriebeölstand bei einem Schaltgetriebe?

Wie überprüfe ich den Getriebeölstand bei einem Schaltgetriebe?

Dies ist in aller Regel gar nicht notwendig und oftmals auch nicht vorgesehen. So haben nur die wenigsten Schaltgetriebe überhaupt einen passenden Getriebeölmessstab. Sollten Sie weitere Informationen dazu benötigen oder wissen wollen, ob und wann Sie Ihr Getriebeöl wechseln müssen, empfehlen wir Ihnen einen Blick in Ihre technische Betriebsanleitung. Dennoch gibt es auch Situationen, in denen eine Erneuerung Ihres Getriebeschmiermittels angezeigt ist. Dazu gehören insbesondere sämtliche Fahrzeugreparaturen, welche Ihr Getriebe betreffen.

Wie füllen Sie Getriebeöl nach?

Vor Beginn dieser Arbeiten sollten Sie Ihren Getriebeölstand kontrollieren. Dazu genügt es in der Regel, den dazugehörigen Ölmessstab zu verwenden, so, wie es oben beschrieben ist. Generell gilt, dass Sie für sämtliche Nachfüllarbeiten ausschließlich das passende Getriebeöl einsetzen sollten. Dabei macht Ihr Fahrzeughersteller in aller Regel detaillierte Angaben zum eingesetzten Schmiermittel. Solche Informationen finden Sie in Ihrem Fahrzeughandbuch. Sollten Sie Ihr Getriebeöl wechseln wollen, so empfehlen wir Ihnen, zusätzlich auch gleich den Getriebeölfilter zu erneuern. Dieser sorgt dafür, dass eventuelle Partikel herausgefiltert werden.

Gängige Ölsorten für Automatikgetriebe sind die Getriebeöle 75W90, 80W90 und 75W140. Dabei sollten Sie im ersten Schritt unbedingt herausfinden, welche Getriebeöle zugelassen sind und welches sich aktuell in Ihrem Fahrzeug befindet. Nur so wird es Ihnen gelingen, dass passende Produkt zu identifizieren, damit Ihr Fahrzeuggetriebe noch lange fehlerfrei arbeitet. Da die Einfüllöffnung bei den meisten Getriebeölausgleichsbehältern eher klein ist, empfehlen wir Ihnen, einen passenden Trichter einzusetzen, sollten Sie etwas nachfüllen wollen. Geht es hingegen darum, das Getriebeöl komplett zu wechseln, können Sie in den meisten Fällen damit rechnen, dass mindestens 3-4 Liter Getriebeöl bei Ihrem Fahrzeug notwendig sind.

Damit Sie Ihr Getriebeöl optimal verteilen kann, sollten Sie nach dem Einfüllen nach und nach alle Gänge einlegen

Damit Sie Ihr Getriebeöl optimal verteilen kann, sollten Sie nach dem Einfüllen nach und nach alle Gänge einlegen. Am besten ist es da natürlich, wenn die Fahrzeugräder sich frei in der Luft drehen können, denn diese Verteilung sollte möglichst ohne zusätzliche Last(en) erfolgen. Dabei empfiehlt es sich, Ihren Motor laufen zu lassen und Ihr Fahrzeug in jeden einzelnen Gang mindestens eine Minute „fahren“ lassen. Nachdem Sie durch alle Gänge geschaltet haben und damit gefahren sind, empfiehlt es sich dennoch, den Fahrzeugmotor erst einige Minuten später auszuschalten. Nur auf diese Art und Weise gelangt dieses auf alle zugehörigen Zahnräder, sodass alle Getriebebauteile optimal geschmiert sind. Prüfen Sie jetzt erneut den Getriebeölstand, damit es auf keinen Fall dazu kommt, dass Ihr Getriebeschmiermittel überläuft. Auch ein eventueller Mangel an Getriebeöl lässt sich jetzt noch schnell erkennen, sodass Sie entsprechend gegensteuern können.

Fazit

Die Überprüfung des Getriebeöls ist eine Aufgabe, welche auch weniger erfahrene Schrauber auf eigene Faust erledigen können. Dabei hilft in der Regel ein passender Ölmessstab, welcher analog zum Ölmessstab Ihres Motoröls funktioniert. Auf diese Art und Weise erhalten Sie nicht nur Informationen zum Ölstand, sondern auch zur Farbe Ihres Getriebeöls. Letztere gibt Ihnen Hinweise darauf, wie stark das Getriebeöl bereits beansprucht wurde.

Ein Tipp von AUTODOC:
  1. Fahren Sie ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe, so müssen Sie sich in der Regel um das Getriebeöl keine Sorgen machen. Dieser Getriebetyp ist in der Regel werkseitig ausreichend befüllt und es ist, abhängig von Reparaturarbeiten, kein Austausch notwendig. Ein Automatikgetriebe hat hingegen oft einen passenden Ölmessstab. Nähere Informationen finden Sie auch in Ihrer technischen Bedienungsanleitung zu Ihren Fahrzeug.
  2. Wenn Sie Getriebeöl auffüllen, so sollten Sie dies sehr dosiert und nur langsam machen. So lässt sich leicht noch etwas mehr Öl auffüllen, sollte dieses zu wenig sein. Auf der anderen Seite ist es sehr schwer, überschüssiges Getriebeöl wieder zu beseitigen.
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